12.11.2017 – Interview Erotikfuchs

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Danach gab es erst einmal längere Zeit keine neuen Blogbeiträge. Ich habe an meinem zweiten Roman geschrieben und es gab nicht viel Neues zu berichten. Erst am 12.11.17 habe ich dem Erotikfuchs-Blog ein Interview gegeben.

Diesen Blog gibt es, Stand heute, 19.09.18, leider nicht mehr, was ich sehr bedauere, denn es war eine gute und informative Seite.
Das Interview habe ich aber noch auf meiner Festplatte gefunden. Ich kopiere es mal hier rein, falls es jemanden interessiert.

 

Interview des Erotikfuchs mit Tanja Russ vom 12.11.17

Hi Tanja, stell dich den Lesern doch bitte mal kurz vor.
Hallo, ich bin Tanja Russ. Ich bin Autorin und schreibe Romane im Genre BDSM-Romance (MaleDom). Also erotische Storys, mit detailreichen BDSM-Sessions, bei denen aber auch Romantik und Gefühl nicht zu kurz kommen.

Ich freue mich, über die Gelegenheit, dem eroticfuchs ein Interview geben zu dürfen. Vielen Dank dafür 🙂

Warum interessiert du dich für BDSM?
BDSM ist eine sehr intensive Art, Sex zu erleben. Es gehört ein bisschen Mut, Neugier und Experimentierfreude dazu, es überhaupt auszuprobieren. Ich persönlich glaube, das sehr viele Menschen entweder dominant oder submissiv veranlagt sind, ohne es zu wissen. Sie würden das Spiel mit der Macht beim Sex wahrscheinlich genießen, wenn sie es einfach mal ausprobieren würden.

Wann hast du angefangen, darüber zu schreiben?
Ich habe im November 2016 in Zusammenarbeit mit dem Schwarze-Zeilen Verlag mein erstes Buch „Brombeerfesseln“ veröffentlicht. Das war auch mein erster BDSM-Roman, den ich geschrieben habe.

Was hat dich inspiriert, eigene Erfahrungen zum Thema Fetisch?
Klar, haben mich meine eigenen Erfahrungen im Bereich BDSM inspiriert. Ich glaube, man kann keine wirklich authentische Session schreiben bzw. beschreiben, wenn man selbst noch keine erlebt hat.

Ich lese gerne und auch viel in dem Genre. Leider habe ich noch nicht so viele Romane gefunden, die für mich persönlich die richtige Mischung aus BDSM und Gefühl haben. Es gibt harte BDSM-Pornos. Da fehlt mir aber dann das Gefühl, das Miteinander und leider oft auch das Verantwortungsbewusstsein, besonders des dominanten Parts. Bei dieser Sorte Story, entsteht bei mir der Eindruck, dass nur der dominante Part seinen Spaß an wildem Draufhauen und sinnfreien Befehlen hat. Ich frag mich dann immer: »Warum macht Sub das mit?«

Dann gibt es noch die Liebesromane, in denen es zwar auch um BDSM geht, wo Sessions aber nur ganz vage angedeutet werden. Das ist mir dann wiederum zu wenig. Es darf gern mehr als nur ein bisschen knistern, wenn ich ein erotisches Buch lese. Ich möchte von der Fantasie des Autors eingefangen und angeturnt werden und mir nicht alles selbst ausmalen müssen, was hinter verschlossener Schlafzimmertür passiert.

Diese Art Bücher, die meiner ganz persönlichen Mischung entsprechen, gibt es nicht so häufig. Und da dachte ich mir, ich schreibe einfach selbst mal eins.

BDSM und Romantik, wie passt das zusammen?
Für mich passt das sehr gut zusammen. So hart eine BDSM-Session sein kann und je nach Vorlieben auch darf, so wichtig ist es, dass das Drumherum stimmt. Wer glaubt, BDSM ist nur Draufhauen, bzw. den Arsch voll kriegen, der irrt gewaltig. Damit BDSM für den aktiven und den passiven Part ein befriedigendes und schönes Erlebnis wird, ist viel Kommunikation nötig. Es gehört eine Menge Vertrauen und auf einander eingehen dazu. Natürlich muss es im realen Leben nicht immer eine romantische Liebesbeziehung sein. Es gibt auch sehr erfüllende und vertrauensvolle Spielbeziehungen.

Trotzdem glaube ich, dass die Interaktion zwischen Dom und Sub intensiver und näher ist, als es bei den meisten sogenannten normalen Paaren der Fall ist. Mir ist diese tiefe Verbindung wichtig und ich finde sie gefühlvoll und leidenschaftlich zugleich. Und wenn man auf dieser Grundlage einen Roman schreibt, dann ist es für mich naheliegend, dass so eine Geschichte auch ihre romantischen Passagen hat.

Dann werden deine BDSM-Romane sicher eher von Frauen gelesen?
Nein. Ich bekomme von Frauen und Männern gleichermaßen positives Feedback auf meinen Debütroman »Brombeerfesseln«. Ich kenne einige Doms, die den Roman gelesen, und anschließend auch ihren Subs geschenkt haben.

Warum glaubst du, interessieren sich so viele Menschen für BDSM und deren Variationen? Ist es der Lifestyle der heutigen Zeit oder hat es das Verlangen jenseits des Mainstreams schon immer gegeben?
In der heutigen Zeit ist einfach viel mehr möglich, weil die Gesellschaft allgemein offener ist, als sie es vor 50 oder auch noch vor 20 Jahren war. Was die Leute damals noch nicht einmal zu denken und erst recht nicht auszuprobieren gewagt haben, ist heute gar nicht mehr so spektakulär.

Ich glaube, auch unsere Großmütter und Großväter hätten Spaß an BDSM gehabt. Nicht alle sicherlich, aber ich schätze, dass der Prozentsatz an Menschen mit Neigungen, jenseits des Mainstream damals genauso hoch war, wie er heute ist. Auch damals wurde BDSM erwiesenermaßen schon ausgelebt. Es gibt alte Bilder, Skulpturen, etc., die das belegen. Nur gab es eben nicht so viele BDSMler, wie heute. Lange nicht so viele, wie tatsächlich Spaß daran gehabt hätten. Es gab keine Plattformen, Clubs usw., wo man Gleichgesinnte treffen konnte. Und wenn, dann nur in geheimen Zirkeln oder Hinterzimmern. Es gab so gut wie keine Bilder, Artikel, Bücher darüber und kein Internet, wo man sich informieren konnte. Viele Menschen haben ihr Leben gelebt, ohne jemals mit BDSM oder auch anderen sexuellen Neigungen in Berührung zu kommen. Wenn sie die Möglichkeit gehabt hätten, wären sie vielleicht drauf abgefahren.

Auch heute wird BDSM von vielen Menschen noch als schmierige sexuelle Abart wahrgenommen. Ich glaube, wenn wir noch mal 20 Jahre weiter sind, wird es selbstverständlich sein und für niemanden mehr etwas Besonderes.

Schreibst du gerade an einem neuen Roman?
Ja, ich schreibe aktuell an meinem dritten Roman. Mein Zweiter mit dem Titel „Fesselnde Sehnsucht“ wird im Dezember veröffentlicht und dann überall wo es Bücher gibt als ebook oder Taschenbuch erhältlich sein.

Was planst du für die Zukunft?
Ich will auf jeden Fall weiter schreiben. Das macht so viel Spaß.

Ich schreibe jetzt erst einmal meinen dritten Roman zu ende.

Dann gibt es noch ein Romanprojekt, an dem ich gemeinsam mit einem männlichen Autor arbeite. Natürlich bleibe ich auch hier meinem Genre treu. Dieses Gemeinschaftsprojekt ist etwas ganz besonderes für mich. Die Interaktion mit meinem Schreibpartner ist wahnsinnig spannend und ich glaube, die Story, die dabei herauskommt, wird klasse.

Ich habe auch schon eine grobe Idee für Roman Nummer vier. Es wird allerdings noch eine Weile dauern, bis ich damit beginnen kann. Immer schön ein Projekt nach dem anderen. Die Ideen für neue Storys gehen mir so schnell nicht aus und ich hoffe, das bleibt auch so.

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