BDSM-Blogparade #erniedrigung – Tanja Russ

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Heute bin ich mit meiner BDSM-Blogparade Story zum Thema Erniedrigung.

Diese Story ist reine Fiktion. Ich hoffe, sie reizt eurer Kopfkino ein bisschen. Zum Nachahmen eignet sie sich nicht unbedingt.
Gerade bei diesem Thema ist, solltet ihr es als Element in eure D/s Beziehung einbauen wollen, sehr viel Fingerspitzengefühl vom dominanten Part gefragt!
Fangt mit kleinen, harmlosen Szenen an und ganz wichtig, REDET bitte darüber. Es gehört eine Menge Vertrauen dazu. Geht vorsichtig mit dem Vertrauen, dass eure-r Sub euch entgegen bringt um und passt auf, dass ihr nichts kaputt macht, was sich hinterher nur schwer, oder gar nicht mehr kitten lässt.

Im Anschluss findet ihr die Links zu den Blogs meiner Kollegen und Kolleginnen von der BDSM-Blogparade. Im Abstand von wenigen Tagen, gibt es den ganzen Oktober über neue Storys zum Thema #erniedrigung zu lesen.

Und jetzt viel Spaß 🙂

Erniedrigung

… ist nicht meins. Das weiß mein Herr, deshalb demütigt er mich nicht. Er verlangt oft viel von mir, bringt mich hart an meine Grenzen, jedoch nie darüber hinaus. Er legt Wert darauf, dass ich mich wohlfühle.
Vor ihm zu knien erfüllt mich mit Stolz. Er schenkt mir Schmerz und Lust, wie er es für richtig hält und er kennt mich gut. Er weiß, dass Demütigung nicht nötig ist, um meine Demut zu triggern.
Dafür gehören ihm mein Respekt und meine Ergebenheit. Ich würde fast alles für ihn tun. Alles, was ich kann und will und genau darüber habe ich eine ganze Weile nachgedacht. Über mein Bedürfnis, ihm mehr zu geben. Für ihn möchte ich mich aus meiner Komfortzone heraus wagen.
Aus dem Grund habe ich sie ausgesprochen. Diese folgenschweren drei Worte. Seitdem frage ich mich mehrmals täglich, ob ich vollkommen irre bin. Unsere Beziehung läuft doch gut. Wird sie sich dadurch verändern?
Drei Worte, die ich nicht mehr zurücknehmen kann, obwohl ich mir das in den letzten Tagen oft gewünscht habe.
»Bitte, erniedrige mich.«
Wieso äußere ich so einen dämlichen Wunsch? Die Antwort ist so grotesk, wie sie einfach ist:
Ich will das Machtgefälle stärker spüren. Ich will die Augenhöhe, die zwischen uns meistens vorhanden ist, völlig verlieren.
Er ist mein Freund, der Mann, für den ich so ziemlich alles tun würde. Und wenn er mich anschaut mit diesem ganz speziellen Blick, gehe ich auf die Knie und folge seinem Befehl. Aber manchmal, wenn wir gemeinsam lachen, weil etwas während der Session daneben ging, fühle ich die Freundschaft zwischen uns so stark, dass das Machtgefälle kleiner wird. Ich will tiefer runter, möchte wissen, wie das ist mit ihm. Deshalb habe ich ihn um Erniedrigung gebeten. Der Teufel muss mich geritten haben!
Bisher ist nichts passiert, vielleicht tut er es ganz einfach nicht. Oder er denkt noch drüber nach. Oder er hat schon einen festen Plan im Kopf. Und wenn er es nicht tut? Werde ich dann erleichtert sein? Enttäuscht? Hach, ich bin nervös.
Mein Handy klingelt, auf dem Display sein Gesicht. »Hey«, wispere ich mit klopfendem Herzen ins Mikrofon. »Wann kommst du?«
»Bin auf dem Weg. Zieh dich aus. In fünf Minuten bin ich da und dann will ich dich nackt an der Wohnungstür sehen. Wir gehen aus.«
»Äh, wie? Das verstehe ich nicht. Ausziehen oder ausgehen?«
Aber er hat bereits aufgelegt. Vermutlich steht ihm der Sinn nach einem Quickie, bevor wir losgehen.
Das sind sehr gute Aussichten. Und selbst wenn es nicht so wäre, wie käme ich dazu, seinem Wunsch nicht zu entsprechen? Als er exakt fünf Minuten später vor mir steht, falle ich ihm ohne einen Fetzen Stoff am Körper um den Hals. Lasziv reibe ich meine Hüften an seinen und bemerke vergnügt, dass er davon nicht ganz unbeeindruckt bleibt. Er küsst mich, krallt eine Hand in meinen Hintern, raubt mir den Atem. Doch als mir ein gieriges Stöhnen entkommt, schiebt er mich viel zu schnell von sich. Noch einmal mustert er mich von oben bis unten, dann nickt er zufrieden. »Zieh deinen leichten Sommermantel über. Wir fahren sofort los.«
Ich erstarre. ›Was denn? So?‹ Ich habe Fragen, jede Menge, aber ich spreche keine einzige davon aus. Sein Blick wird hart, unbeugsam. Dieser spezielle Blick, der mich unmissverständlich darauf hinweist, dass mein Platz zu seinen Füßen ist.
›Bitte erniedrige mich.‹
Meine eigenen Worte dröhnen mir in den Ohren.
›Verdammt, was hab ich mir da wieder eingebrockt?‹ Ich schließe kurz die Augen, atme tief ein, versuche, mich zu wappnen.
›Bitte, erniedrige mich.‹
Das hab ich jetzt davon. Ich wollte es ja so. Und was auch immer heute Abend passiert, es geschieht auf meine Bitte, aber nach SEINEM Willen. Das bedeutet, er wird mich nicht überfordern. Er kennt mich, weiß, wie viel er mir zumuten kann.
Ich atme wieder aus. Mein unerschütterliches Vertrauen in ihn lässt wenig Platz für Nervosität. Ich lächele ihn an, schlüpfe in meinen Mantel. Neben ihm im Auto, lege ich meine Hand auf seinen Oberschenkel, konzentriere mich auf seine Körperwärme und verkneife mir jegliche Fragerei. Er weiß, was er tut und was ich tun kann. Mehr muss ich nicht wissen.
Er parkt vor einem unscheinbaren Haus. Mein Herz hämmert, als wollte es aus meiner Brust in meinen Hals hüpfen. Als er mir die Eingangstür aufhält, drehe ich mich zu ihm. »Verbindest du mir bitte die Augen?«, frage ich hoffnungsvoll. Ein Lächeln zuckt in seinem Mundwinkel. Er schüttelt den Kopf. »Keine Chance.«
Natürlich nicht. Er kennt mich. Ich würde mich vollkommen auf ihn fokussieren. In meiner Dunkelheit nur seine Nähe wahrnehmen und die Erniedrigung, die mich hier todsicher erwartet, kaum noch spüren.
Eine Treppe führt direkt in den Keller. Sie mündet in einen Vorraum mit einem kleinen Tresen und einer Garderobe. Eine hübsche, freundlich lächelnde Brünette begrüßt uns. Ich höre gar nicht richtig zu, was sie sagt, weil sein »Gib mir deinen Mantel!«, meine ganze Aufmerksamkeit fordert. Ich gehorche widerspruchslos, aber das Herz schlägt mir bis zum Hals. Er fasst nach meiner Hand, hebt meinen Arm an. Ich kriege kaum mit, dass die Angestellte eins von diesen hässlichen Plastikbändchen um mein Handgelenk schlingt und uns viel Spaß wünscht.
Ich trage nicht einen Fetzen Stoff mehr am Leib! Ich kann doch nicht … Wir sind da bestimmt nicht allein … Das kann er doch nicht … Meine Gedanken rasen, jedoch bekomme ich keinen zu fassen. Meine Finger fest mit seinen verschränkt, dirigiert er mich vorwärts, öffnet die schwere grüne Eisentür.
Dahinter schummriges Licht, ein weitläufiger Raum voller Menschen, eine Bar, Tanzfläche, schwarze Sofas und Sessel und der wummernde Beat der Musik. So laut, dass man sich gerade noch unterhalten kann. Neugierige Gesichter drehen sich in unsere Richtung. Mustern mich. Abschätzend, wie mir scheint. Meine Wangen glühen und nicht nur die. Ich glaube, ich bin vom Kopf bis zu den Zehenspitzen errötet. Zahlreiche Leute im Saal sind freizügig gekleidet. Ich sehe tief ausgeschnittene Dekolletés, äußerst knapp sitzende Röcke und Pantys. Durchsichtige Netz- oder Spitzenstoffe, Lack, Leder. Allesamt Outfits, die mehr preisgeben als verbergen. Aber ich bin die Einzige, die komplett nackt ist. Ich trage noch nicht einmal Schuhe, wird mir bewusst. Die Fliesen unter meinen Fußsohlen sind kühl. Ein angenehmer Gegensatz zu der Hitze, die in meinem Körper wallt. Sanft zieht er an meiner Hand. Vorwärts. Er begrüßt ein paar Leute. Ich bin zu beschäftigt damit, den Blicken auszuweichen, die mich treffen, um mich darüber zu wundern, dass er in diesem Etablissement überhaupt jemanden kennt. Ich habe nicht unbedingt eine Modelfigur. IHM gegenüber kenne ich keine Scheu. ER nimmt mich, wie ich bin. Aber hier in diesem Raum habe ich das Gefühl, all die fremden Augen starren auf meine überflüssigen Pölsterchen an Bauch, Schenkeln und auf meinen ausladenden Arsch, den ER so gerne als erogene Nutzfläche bezeichnet. Nie zuvor bin ich nackt in einem Raum voller Menschen gewesen. Ich bin nicht prüde, aber ich möchte jetzt bitte im Erdboden versinken, oder meine Blöße wenigstens mit Armen und Händen bedecken. Ich bin total verkrampft. Bin sicher, jeder sieht, wie unangenehm mir das Ganze hier ist.
ER streicht mir über den Rücken, die Berührung tut so gut. Doch mein Versuch, alle Anderen auszublenden und mich nur auf ihn zu konzentrieren, scheitert kläglich. Er greift nach der Leine, die er an meinem Halsband befestigt hat.
Ich habe mir vorgenommen, mit stolz erhobenen Blick durch die Prüfung zu gehen, die er mir auferlegt. Doch ich senke automatisch den Kopf, habe das Gefühl, alle starren mich an. Vermutlich stimmt das gar nicht. Hier gibt es so viele interessante Leute zu bestaunen. Warum sollten sie ausgerechnet mich ansehen? Plötzlich bleibt er stehen, mitten im Raum, das sehe ich an den vielen Füßen um mich rum. Jede Menge High Heels und schwarze Herrenschuhe. ER dreht mich zu sich, umfasst mein Kinn und zwingt mich mit sanftem Druck, ihn anzusehen.
»Hier oben spielt die Musik«, murmelt er leise aber energisch.
Ich schlucke, nicke, fixiere sein vertrautes Gesicht.
»Schau dich um!« Das war keine Bitte. Er streichelt meine Wange, gibt mir einen Kuss. »Ich will, dass du den Abend bewusst erlebst. Auf dem Boden gibt es wenig interessantes zu entdecken. Schau dich um!«, wiederholt er.
»Ja, Sir«, flüstere ich.
Die Leute im Raum lachen, schwatzen, tanzen, begutachten einander unverhohlen, teilweise mit einladenden Blicken. Ab und an streift mich ein interessierter Blick, aber niemand starrt. Keiner außer mir selbst scheint hier pikiert über meine Nacktheit zu sein. Während ER mich zur Bar führt, zwinge ich mich, den Kopf oben zu behalten, so wie ER es wünscht. Beim Barkeeper bestellt er ein Bier und ein Glas Sekt. Kurz darauf reicht er mir die Sektflöte mit den Worten: »Eins, damit du ein bisschen lockerer wirst.«
Er weiß, dass ich nicht wild auf Sekt bin, doch vielleicht hilft mir der Alkohol ja tatsächlich, mich zu entspannen. Ich bemühe mich, langsam zu trinken, und schaue mich dabei vorsichtig um.
Einige knutschen und fummeln ganz unverhohlen. Aber auch da wo keine sichtbare Action stattfindet, ist es einfach, den dominanten und den devoten Part ausfindig zu machen. Nicht nur, weil die Subs, männliche und weibliche, freizügiger gekleidet sind. Manche werden, so wie ich, von ihren Doms an der Leine geführt. Bei der schwarzhaarigen Sklavin, die gerade an mir vorbei geht, ist die Leine an der Kette befestigt, die ihre Nippelklemmen verbindet. Sie ist sichtlich bemüht, mit ihrem Herrn Schritt zu halten, damit das Band sich nicht straft. Dort hinten, das Paar an der Wand … ich kann es nicht genau sehen, weil wir zu weit weg sind … Doch ich habe den Eindruck, dass die beiden da ziemlich öffentlich vögeln.
Ich lehne mich zu IHM hinüber. »Was zum Teufel ist das für ein Laden hier?«
»Ein privater Club mit sehr wenigen Regeln«, antwortet er.
Ich verkneife mir die Frage, woher er diesen Schuppen kennt. Egal, wir sind hier. Das Wummern der Bässe hallt nicht nur in meinem Kopf wieder, sondern auch in meinem Unterleib.
»Jeder hier starrt auf meinen Bauch und auf meine Oberschenkel«, knurre ich, teils hilflos, teils gereizt.
Er schüttelt den Kopf. »Du hast wohl heute einen Silberblick. Die starren dir auf die Titten, nicht auf den Bauch. Und auf deine Möse, nicht auf die Schenkel.«
Na toll! Diese Information trägt auch nicht gerade dazu bei, mich zu entspannen.
Ich beobachte eine rothaarige Domse, die ihrer Sklavin befiehlt, den Rock hochzuschieben, um ihr den nackten Arsch mit einem Rohrstock zu versohlen. Jeder Hieb hinterlässt rote Male auf der Haut, aber sie gibt keinen einzigen Mucks von sich. Ich vermute, sie darf es nicht. Armes Ding. Ich bin gerne laut. Ich mag es, mich in die Leidenschaft fallen zu lassen, rückhaltlos und unbeherrscht. Wird ER mich ebenfalls hier vor allen Leuten schlagen? Oder vögeln? Die Vorstellung behagt mir nicht, aber ich wollte ja unbedingt erniedrigt werden. Wie kam ich nur auf diese dämliche Idee? Ach ja, ich wollte mich ihm vollkommen ausliefern, ohne Sicherheitsleine. Ich horche in mich hinein. Es widerstrebt mir, mich hier öffentlich zu präsentieren, aber es ist kein Tabu. ER befiehlt, ich folge. Seinetwegen stehe ich das hier durch, egal was auch immer er von mir erwartet. SEIN Wille ist alles, was für mich zählt. Ob ich wohl auch leise sein muss, wenn er mich hier bespielt? Mein Herr mag meine Schreie, also zumindest glaube ich das. Aber vor all den Leuten hier … Ein dunkelhaariger Mann bleibt bei uns stehen und lenkt meine Gedanken zurück in die Gegenwart, als er meinen Herrn freundschaftlich begrüßt. Dann wendet er sich zu mir, nickt mir freundlich zu. »Hi, ich bin Ralf.« Er mustert mich von oben bis unten. Wieder muss ich mich zwingen, so zu tun als sei das hier alles hier ganz normal und meine Arme davon abhalten, die strategisch wichtigen Stellen bedecken zu wollen. Die Temperatur im Raum scheint auf mindestens fünfzig Grad anzusteigen. Zwischen meinen Brüsten kitzelt es, als würde ein Schweißtropfen herabrinnen. Doch als ich schnell nachschaue, ist da gar nichts. Ich presse ein schüchternes »Hi«, raus und senke den Blick. Völlig nackt hier zu stehen ist schwer für mich. Aber so auch noch einem seiner Kumpels zu begegnen, das ist wirklich speziell. »Trink aus«, raunt ER mir zu. Mein Herz gerät aus dem Takt, das Klopfen dröhnt in meinen Ohren. ›Was jetzt? Was hat er mit mir vor?‹ Ich nippe die letzten drei Schlückchen Sekt langsam. ›ER mutet mir nicht mehr zu, als ich ertragen kann. Was auch geschieht, ER ist bei mir und passt auf mich auf.‹
Entschlossen stelle ich das leere Glas auf den Tresen zurück und wende mich ihm lächelnd zu. »Ich bin bereit, Sir.«
Er nickt, greift nach meiner Leine und führt mich durch den Raum. Ralf kommt mit uns. ›Oh oh … nein … DAS wird mein Herr nicht von mir verlangen!‹ Ich atme mehrmals tief durch. Versuche, mich zu beruhigen. ›Nein, auf so eine Idee käme er nie.‹ Ich lasse mir meine Beunruhigung nicht anmerken, folge IHM und Ralf auf die andere Seite, wo Schaumstoffmatten und Kissen auf dem Boden liegen. Er legt zwei Kissen vor mich hin. »Vierfüßlerstand«, befiehlt er knapp. Ich befolge seinen Befehl, knie mich auf die Kissen, Handflächen auf die Matte.
Als wäre es das Normalste von der Welt, setzen die beiden Männer sich rechts und links von mir jeweils auf ein Kissen. Angespannt knie ich zwischen ihnen. ›Was geschieht hier?‹
Ich habe den Gedanken kaum zu ende gedacht, da spüre ich zwei Gläser, die auf meinem Rücken abgestellt werden. ›Das glaub ich jetzt nicht. Die benutzen mich als Tisch! Mir wird heiß und kalt. Stocksteif halte ich meine Position, versuche mir meine Fassungslosigkeit nicht anmerken zu lassen. Mein Herr, der auf meiner rechten Seite sitzt, nimmt das Bierglas von meinem Rücken, stellt es kurz darauf wieder zurück. Dann lehnt er sich etwas zur Seite und zischt in mein Ohr: »Wenn eins der Gläser runter fällt, lasse ich dich von einem der Doms hier öffentlich bestrafen, während eine der Sklavinnen dich leckt!«
Ich schnappe nach Luft. Leichte Panik erfasst mich. Ja, ich weiß, die meisten Subs würden jetzt überlegen, wie sie die Gläser halbwegs unauffällig von ihren Rücken schupsen, ohne dass es zu plump wirkt. Aber nicht ich. Im Gegenteil. Ich stehe überhaupt nicht auf Frauen. Das letzte, was ich möchte, ist, hier vor allen Leuten von einem Fremden gepeitscht zu werden, während eine Frau mich gegen meinen Willen zum Höhepunkt bringt. Natürlich weiß mein Herr das genau.
Die Männer beginnen ein Gespräch über die Formel 1. Ein Thema, bei dem ich so gar nicht mitreden kann, was wahrscheinlich beabsichtigt ist. Schon nach wenigen Minuten drifte ich ab, die Fachsimpelei langweilt mich. Meine Sicht nach vorn ist ebenfalls öde, denn ich habe die graue Betonwand direkt vor meiner Nase. Was bedeutet, dass ich meinen Arsch jedem entgegenstrecke, der vorbei geht. Unangenehm, zumal ich ihn nicht unbedingt als hübsch bezeichnen würde. Bisher hat mich niemand angefasst. Ich befürchte, das wird nicht den ganzen Abend so bleiben. Wie weit wird ER mich erniedrigen? SEINE Strafandrohung kommt mir in den Sinn. Ein leichtes Zittern überkommt mich. Ich versuche, mich zusammenzureißen. Ich werde IHM keinen Grund zu geben, mich zu bestrafen. ›Ob mir gerade jemand auf den Hintern schaut? Nein, sicher spielen sie alle miteinander, niemand nimmt Notiz von mir. Ich wünschte, ich könnte sehen, was hinter mir passiert. Noch nie war ich so angespannt und gleichzeitig so hilflos. Aber mein Herr passt auf mich auf. Mir geschieht nichts. Zumindest nichts, was ER nicht will. Wie weit wird er gehen? Nicht weiter als … AH!‹
Eine Hand greift zwischen meine Schenkel, streicht durch meine Spalte, die, wie mir erst jetzt bewusst wird, vor Nässe trieft. Ich zucke heftig zusammen. Zwei Finger gleiten ohne jeden Widerstand in meine Pussy. Ich schwöre, vor Schreck hat mein Herz drei Schläge ausgesetzt. Bis mir klar wird, dass es die Hand meines Herrn ist. Keine Zeit, mich zu entspannen, denn ich habe gezuckt. Die Strafe, oh nein! ER hat mich dazu gebracht. Will er das wirklich? Mir das antun? Moment … es ist kein Glas gefallen. Das hätte ich gemerkt, oder? Aber auf meinem Rücken steht nichts, das würde ich doch spüren.‹ Panisch, aber dennoch mit äußerster Vorsicht blicke ich mich um und stelle fest, dass beide Männer ihre Gläser in der Hand halten. ER beugt sich zur Seite.
»Mir scheint, du möchtest gern ins Rampenlicht.«
Ich kann das Grinsen aus seiner Stimme heraus hören. Vermutlich hat er Ralf zugeprostet, damit der sein Glas in die Hand nimmt. Er hat mich absichtlich so erschreckt. ›Dieser Mistkerl! Was allerdings auch bedeutet, er hat dafür gesorgt, dass kein Glas fällt und das wiederum ist lieb von ihm. Ein warmes Gefühl rieselt in meinem Magen. ER passt auf mich auf. Habe ich etwa daran gezweifelt? Ach, ich weiß gar nichts mehr. Ich bin total verwirrt.
»Achtung«, murmelt er so leise, dass nur ich es hören kann. Ralf stellt sein Glas wieder auf meinem Rücken ab. Kurz darauf folgt SEINS. Ich lächele gegen die Wand. Nein, er will nicht, dass ich verliere. Er beschützt mich. Obwohl er selbst hat mich erst in diese unmögliche Situation gebracht. Ich hadere mit mir, ob ich ihm danken oder ihn schlagen möchte. Ich meine … ich bin splitternackt in einem Raum voller fremder Leute. Träge streicht er weiter durch meine Spalte. Ich atme schneller. Das hier habe ich mir selbst eingebrockt, rufe ich mir ins Gedächtnis. Ich möchte mein Becken im Rhythmus seiner Finger kreisen lassen. Aber ich denke an die Gläser auf meinem Rücken und beherrsche mich mit einiger Anstrengung. Ich beiße die Zähne zusammen. Er hatte schon immer verdammt geschickte Finger, mhmmm. Mit geschlossenen Augen konzentriere ich mich auf sein Spiel mit meiner nassen Pussy. Ich möchte vor Wonne schnurren, stöhnen, vergesse beinahe, wo wir hier sind. Bis er seine Finger aus mir heraus zieht und mir mit Wucht auf den Arsch haut. Damit habe ich nicht gerechnet. Mir entkommt ein Schrei, ich bäume mich auf, wie ein bockiger Esel und ärgere mich im gleichen Moment über mich selbst. ›Ein bisschen Körperbeherrschung! Ich blamiere ihn und mich. Und die Gläser … verdammt die Gläser … stehen schon wieder nicht auf meinem Rücken. Gott sei dank!‹
»Tztztz«, knurrt er missbilligend und greift nach meiner Leine.
»Steh auf.«
Ich gehorche, rappele mich auf.
»Wir schauen uns um und du darfst auf die Tanzfläche«, sagt er und tätschelt meinen Arsch.
›Was denn? Ich soll tanzen? Nackt? Nicht dein Ernst, oder?‹
»Ähm …« Ich überlege fieberhaft. Ich will nicht, ist kein gutes Argument. Eigentlich gar keins. Ich darf ihn auch nicht vor seinem Kumpel blamieren. Aber ich möchte so wenig Aufmerksamkeit, wie nur möglich auf mich ziehen. Während ich nach Worten ringe, wird sein Blick härter. Seine Augen fixieren mich streng, verweisen mich auf meinen Platz. ER ist mein Herr. ER hat das Sagen. SEIN Wille ist mein Befehl.
»Du tanzt doch so gerne. Geh tanzen!«
Sein Ton lässt nur eine Erwiderung zu.
»Ja, Sir.«
Ich schlucke, senke den Blick, will mich gerade umdrehen, da hält er mich fest.
»Ich bin da«, sagt er nur und gibt mir einen kurzen, sehr intensiven Zungenkuss, der meine Knie weich werden lässt.
Dankbar lächele ich ihn an. »Ich weiß. Danke, Herr.«
Ich kann es selbst nicht glauben, aber ich gehe tatsächlich auf die Tanzfläche. Splitternackt! Ich schaue mir die tollen Outfits der andern an. Viel schwarz, zwischendurch mal rot. Lack, Leder, sehr freizügig, richtig sexy, aber die strategisch wichtigen Stellen sind immerhin notdürftig bedeckt. Ich bewege mich hölzern zur Musik. Habe ich mich jemals so geschämt? Wo ist ER? Ich brauche Augenkontakt, um mich an ihm festzuhalten. Aber ich sehe ihn nicht. Ich drehe mich langsam auf der Tanzfläche. Suchend schweifen meine Blicke durch den Raum. Aber erst nach einer kleinen Ewigkeit, entdecke ich ihn endlich auf einem Barhocker sitzend. ER beobachtet mich, wie ich erleichtert feststelle. Nur für IHN schwinge ich meine Hüften etwas mutiger. Aber lange halte ich es nicht aus. Meine Augen betteln ihn quer durch den Raum an. Ich will weg aus dem Mittelpunkt. Er lässt mich ein paar Minuten schmoren, in denen ich brav weiter tanze. Dann endlich nickt er mir zu und bedeutet mir mit einer Geste, zu ihm zu kommen. Erleichtert lächele ich ihn an, steuere auf ihn zu, schmiege mich an ihn, sobald ich ihn erreicht habe. Vermutlich sollte ich vor ihm knien, aber ich brauche jetzt die Wärme seines Körpers, die mich wieder erdet.
»Ich hab dich nicht gesehen. Das war komisch, hab mich so allein gefühlt zwischen all den fremden Menschen hier …« Ich plappere drauf los, bis er mich unterbricht.
»Ich war tatsächlich mal kurz auf der Toilette, aber …«
»Du hast mich hier allein gelassen?«, rufe ich ungläubig aus. »Aber was wenn …«
»Wenn was?«
»Bitte Herr, ich will nicht, dass mich jemand anfasst.«
Er schüttelt grinsend den Kopf.
»Das wird niemand wagen, denn du trägst ein rotes Armband.
»Was …? Wovon redest du?«, verständnislos sehe ich zuerst das hässliche rote Plastikteil an meinem Handgelenk und dann ihn an. Sein Grinsen wird breiter.
»Du trägst ein rotes Armband«, wiederholt er.
Er deutet mit dem Kopf auf eine Sklavin mit einem grünen Band am Arm, die gerade gemeinsam mit zwei Männern vorüber geht.
»Grün bedeutet, sie hat kein Mitspracherecht. Egal, wer, egal was von ihr verlangt wird. Solange ihr Dom nicht eingreift, muss sie sich darauf einlassen.«
Ich schlucke. Was für eine Vorstellung! Auf die Plastikbänder habe ich nicht geachtet. Mir war gar nicht bewusst, dass es Unterschiede gibt.
»Gelb heißt, alles ist erlaubt, jedoch nur, wenn sie es will. Sie darf ablehnen, wenn ihr der Herr oder die Herrin nicht sympathisch ist oder wenn etwas von ihr verlangt wird, was sie nicht tun will. Ihr Dom hat natürlich das gleiche Recht.«
Er senkt den Blick, schaut auf mein Handgelenk. »Rot«, jetzt sieht er mir fest in die Augen, »bedeutet, anfassen verboten. Keine Ausnahme.«
»Aber wie …?«
Er errät, was ich fragen will.
»Ich stand hinter dir, als wir reingekommen sind. Ich habe der Brünetten am Eingang ein Zeichen gegeben, welches Armband sie dir umlegen soll.«
Ich bin sprachlos, lasse den Abend noch mal an mir vorbei ziehen. Tatsächlich hat niemand mich angefasst, keiner außer IHM. Noch nicht einmal Ralf. Nur sein Glas hat mich berührt, mehr nicht.
Ungläubig schüttele ich den Kopf. Ich weiß nicht genau, ob ich vor ihm auf die Knie gehen und mich für seine Umsicht bedanken, oder ob ich ihn schlagen soll.
Letzteres wäre natürlich nicht angemessen. Nicht solange ich sein Halsband trage.
Er grinst mich schelmisch an. Er kennt mich gut genug, um zu wissen, was in mir vorgeht. Doch dann wird er ernst, packt mich im Nacken und zieht mich näher zu sich.
»Das hast du gut gemacht«, raunt er und ich kann in seinen Augen sehen, dass er stolz auf mich ist. Für mich, das schönste Gefühl überhaupt, fast noch besser als Sex.
Ich strahle ihn an. Ich kann einfach nicht anders. »Darf ich mir etwas wünschen, Herr?«
Er lächelt. »Schon wieder? Aber, ja, darfst du. Das ist nur fair nach diesem Abend.«
»Ich wäre jetzt gern allein mit dir. Nur wir beide, vollkommen ungestört.«
Er lacht. »War klar«, sagt er gut gelaunt, nimmt meine Hand und führt mich Richtung Ausgang.

Die BDSM-Blogparad, das sind:

Margaux Navara  – ihre Story findet ihr direkt hier

Tomasz Bordemé

Training of O

Taras Ropes

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Ein Keks packt aus

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