BDSM-Blogparade #bdsmhumor – Tanja Russ

Hallo zusammen 🙂
ich bin die Zweite in dieser humorvollen Runde und möchte euch ohne lange Vorreden meine Geschichte zum Thema BDSM und Humor erzählen. Viel Spaß


BDSM und Humor …

Ich bin Katja. Wie ich hörte, ist in der aktuellen Runde der BDSM-Blogparade Humor gefragt. Ich schätze mal, das ist gar nicht so einfach zu schreiben. Klar lachen wir BDSMler oft und gerne und entgegen sich hartnäckig haltender Gerüchte auch nicht ausschließlich nur im Keller.
Zwar geht es zwischen Dom und Sub respektvoll, jedoch absolut nicht stets und ständig bierernst zu.
Gibt schon mal Situationen, die einem peinlich sein könnten. Ein Tönchen, das mal im Eifer des Gefechts entfleucht, ist da nur eine von vielen kleinen Pannen. Kein Drama. Wenn man vertraut miteinander ist, geht man entweder drüber weg oder man lacht gemeinsam und gut ist.
Das ist übrigens wichtig für mich. Gemeinsam und miteinander zu lachen, nicht übereinander.

Ein eher schwieriges Thema ist Schadenfreude. Ein Dom, der mich absichtlich in eine Situation bringt, die für mich kaum zu ertragen ist und dann mit verschränkten Armen hämisch auf mich herab lacht, hat mich schneller verloren, als er das Wort Schadenfreude aussprechen kann. Solch ein sadistisches Vergnügen auf meine Kosten, mag ich nicht so sehr. Aber so etwas würde mein Herr niemals tun.
Die meisten unmöglichen Situationen sind auch erst im Nachhinein lustig. Es gibt zum Beispiel so einen Brüller, über den Liam und ich immer wieder Tränen lachen können, wenn wir uns daran zurückerinnern. In der Situation selbst fanden wir es beide gar nicht so witzig.
Da fällt mir ein, diese Geschichte könnte ich euch doch mal erzählen.

Mein Vater feierte seinen fünfzigsten Geburtstag.
Ich versichere euch, ich hab ihn wirklich lieb. Trotzdem hätte ich viel darum gegeben, wenn wir eine gute Ausrede gefunden hätten, um uns diese strunzlangweilige Familienfeier mit den rund zwanzig nervigen Gästen zu ersparen. War vorher schon klar, dass Onkel Herbert sich stundenlang darüber auslassen würde, dass die Jugend von heute dumm, faul, frech und handysüchtig ist. Tante Grete folterte die Gäste mit ausschweifenden Beschreibungen ihrer diversen Krankheiten. Und Baby Jonas ging allen mit seinem Gebrüll gehörig auf die Nerven. Der Kleine ist noch keine zwei Jahre alt, total süß, aber leider hyperaktiv. Dafür kann er nichts. Schuld ist seine Mutter, meine Cousine Nadine. Die ist unheimlich hektisch und kaum in der Lage, das Kind zu bändigen. Ihre negative Energie überträgt sich auf den Jungen, der dann für noch mehr Stress sorgt.
Aber ich greife vor.

Viel lieber hätte ich den Tag mit meinem Herrn zuhause im Bett verbracht. Oder gefesselt auf dem Küchentisch, je nach Wunsch. Aber es half nichts. Mein Dad wäre furchtbar enttäuscht gewesen, wenn wir uns gedrückt hätten.
Ich war gerade dabei, mir das neue, dunkelblaue Kleid über den Kopf zu ziehen, als Liam auf die Uhr schaute.
»Eine halbe Stunde haben wir noch Zeit. Zieh dich aus! Vierfüßlerstand auf dem Bett!«
Mir stockte der Atem. Ich glaube, ich habe ziemlich dumm aus der Wäsche geschaut. »Jetzt?«
»Ich denke, ich habe mich klar ausgedrückt. Du weißt, ich wiederhole mich nicht gern!«

Eilig schälte ich mich wieder aus dem eleganten Etuikleid, streifte BH, Slip und Strümpfe ab, kniete mich wie befohlen auf die Matratze und wandte ihm meine Kehrseite zu. Als er begann, meine Backen zärtlich zu streicheln, wusste ich schon, dass es dabei nicht bleiben würde. Ich wappnete mich, war gefasst auf alles, was er mir geben würde. Er fuhr mit dem Daumen über meine Klit, entlockte mir ein gieriges Seufzen.
»Was meinst du, Kätzchen?«, zischte er. »Wie viele Hiebe hast du dir diese Woche verdient?«
Mein Herz begann zu galoppieren. »Dreißig wären angemessen, Herr.«
»Dreißig? Das erscheint mir viel.«
Für einen langen Moment herrschte Schweigen.
»Ich brauche das heute. Bitte hilf mir, den Druck abzubauen, damit ich die liebe Familie besser ertragen kann.«
Wie immer hatte ich ein bisschen zu hoch gegriffen und wartete zwischen Hoffnung, Erregung und Unsicherheit schwankend auf seine Antwort.
Herzklopfen.
›Bin ich verrückt? Fünfzehn hätten es doch auch getan, verdammt.‹
»Ich werde dir deinen Wunsch erfüllen.« Sein Flüstern jagte einen Schauer über meinen Körper.

Liam hat einen ziemlich harten Schlag, aber er lässt seine Hand immer noch einen kurzen Augenblick auf meiner Backe liegen, nachdem das Klatschgeräusch verhallt ist. Dann streichelt er einmal sanft über die schmerzende Stelle, bevor er zum nächsten Hieb ausholt. Ich mag das, damals wie heute. Es gibt mir Zeit, den Schmerz zu verdauen und fühlt sich so fürsorglich und zärtlich an.

In Gedanken zählte ich mit und als er endlich bei dreißig ankam, zitterten meine Beine so sehr, dass ich mich einfach auf die Matratze fallen ließ. Er stand auf und verteilte etwas von der kühlenden Salbe auf meinen heißen Pobacken. Dann legte er sich zu mir, nahm mich in den Arm und stieß sanft zwei Finger in meine Pussy. »Du wirst nicht kommen!«, knurrte er in mein Ohr.
»Ja, Herr«, presste ich hervor und krallte meine Fingernägel in seinen Rücken. Schmerz allein erregt mich nicht. Es ist das Zusammenspiel aus Schlägen, Macht und Fürsorge … und natürlich die Tatsache, dass er weiß, was er tut, wenn er meine Pussy mit seinen geschickten Fingern reizt.
Leider oder zum Glück hatte er nicht genug Zeit, meine Disziplin auf eine längere Probe zu stellen. Schließlich wartete immer noch eine Familienfeier auf uns. Bevor ich vom Bett aufstehen durfte, befahl er mir, die Beine zu spreizen, und schob ein Vibro-Ei in meine Pussy. Er drückte kurz auf die kleine schwarze Plastikfernbedienung, um sich und mich von der einwandfreien Funktion des Toys zu überzeugen. Und ja, es funktionierte perfekt. Aufgeheizt und gierig, wie ich war, bedauerte ich, dass er die Vibration so schnell wieder ausschaltete.

Das Sitzen auf den unbequemen Stühlen an der festlich gedeckten Kaffeetafel meiner Eltern war nicht unbedingt ein Highlight für mein geschundenes Hinterteil. Tante Gretes ellenlanger Monolog über ihre Hüft-OP entpuppte sich allerdings als die weitaus größere Qual. Liam saß mir gegenüber. Das Funkeln in seinen Augen sagte mir, dass er mein verstohlenes Herumrutschen registrierte. Mit einem zuckersüßen Lächeln griff er in die Tasche seines Jacketts und erweckte das Vibro-Ei mit der Fernbedienung zum Leben. Ich muss wohl irgendeinen Laut von mir gegeben haben, der Tante Grete dazu veranlasste irritiert innezuhalten und mich pikiert anzuschauen. Sahne und Kirschen klatschten zurück auf den Kuchenteller von Mutters teurem Rosenthal-Geschirr. Meine Hand mit der Gabel voller Schwarzwälder-Kirschtorte, hatte nämlich auf dem Weg zu meinem Mund, einmal kurz und heftig gezittert. Geistesgegenwärtig kaschierte ich meinen Ausrutscher, in dem ich vorgab, mich verschluckt zu haben. Liam bemühte sich, sein Grinsen hinter der hochgehaltenen Kaffeetasse zu verbergen.
Erst als mein Vater mir einen langen prüfenden Blick zuwarf, hatte mein Herr endlich ein Einsehen und stoppte die verflixte Vibration.

Klein Jonas krabbelte auf, dem Boden herum, während die Runde Onkel Herberts und Tante Gretes Litaneien lauschte und sich dabei Kaffee und Kuchen schmecken ließ. Mit einem triumphierenden Glucksen hielt er plötzlich ein schwarzes Plastikteil in seinen kleinen pummeligen Babyfingerchen. Erschrocken erkannte ich, die Fernbedienung für das Vibro-Ei, die Liam offenbar aus der Jackentasche gefallen war. Als mein Herr versuchte, dem Kind das Gerät wegzunehmen, brach der Dreikäsehoch in empörtes Gekreische aus.

»Was ist das? Lass ihm doch das Ding, wenn es ihm so viel Freude bereitet. Er wird es schon nicht kaputt machen«, rief Cousine Nadine gehetzt, die durch das Geschrei ihres Sohnes schon wieder völlig hilflos und gestresst war.
»Was ist das?«, fragte nun auch mein Vater interessiert und nahm Jonas das Teil resolut aus der Hand, wobei er, ohne zu wissen, was er tat, Stufe drei im Vibro-Ei auslöste. Ich hielt die Luft an und bemühte mich, an etwas zu denken, das mich entspannen könnte. Thrombose-Strümpfe zum Beispiel. Jonas fing an zu heulen. So laut dass mein Dad ihm das Objekt seines Interesses rasch wieder in die Hände drückte, nur damit der Kleine Ruhe gab.
Der brachte schnell einen Sicherheitsabstand zwischen Liam, meinen Dad und die Fernbedienung und begann fröhlich auf den Knöpfen herumzupatschen.
Mein Herr schaute mich hilflos an.
»Äh … das ist … die Fernsteuerung für unsere Stehlampe im Wohnzimmer«, stotterte er. Die Panik in meinen Augen muss sein Stresslevel wohl so weit erhöht haben, dass ihm auf die Schnelle nichts besseres einfiel.
»Ach, dann lass dem Jungen doch das Ding. Bis ihr nach Hause fahrt, ist es sowieso uninteressant für ihn geworden,« sagte mein Dad.
Nun, wer will dem Geburtstagskind schon wiedersprechen …

Dummerweise hatte der Zwerg mächtig Spaß an dem kleinen schwarzen Plastikkästchen und wollte es gar nicht wieder aus der Hand legen. Jauchzend drückte er auf den Knöpfen herum. Das Teufelsding in mir führte ein unkontrolliertes Eigenleben. An. Aus. Höchste Stufe. Niedrigste. Jonas verlor das Interesse an seinem Spiel einfach nicht, obwohl er damit doch gar keine Aktion auslöste. Also zumindest keine, die für ihn oder die anderen Gäste sichtbar gewesen wäre. Nur mir stand der Schweiß auf der Stirn. Ich betete mir selbst immer wieder vor, dass ein Kleinkind das Vibro-Ei steuerte. Vielleicht hätte es geholfen, wenn mein Herr mich nicht kurz vor unserem Aufbruch so richtig geil gemacht hätte, um mir dann den Orgasmus zu verbieten. Diese verflixte völlig schräge Vibration wirkte nun mal auf mein Lustzentrum. Da konnte mein gesunder Menschenverstand nichts gegen ausrichten.

Liam schien mir etwas mitteilen zu wollen, denn er blickte mich beschwörend an und deutete halbwegs unauffällig mit dem Kopf nach rechts. Aber ich war zu sehr auf meine Selbstbeherrschung konzentriert, um zu verstehen, was er mir sagen wollte.
Meine Mutter warf mir einen besorgten Blick zu und fragte, ob ich zu viel Torte gegessen hätte, weil ich so blass um die Nase geworden sei.
»Vielleicht solltest du dir im Bad etwas kaltes Wasser ins Gesicht spritzen, Katja«, sagte Liam zu mir und schaute mich dabei eindringlich an. Und da endlich verstand ich, was er mir die ganze Zeit wortlos mitzuteilen versuchte.
»Gute Idee«, murmelte ich, erhob mich unsicher und floh ins Bad, wo ich das verdammte Vibro-Ei entfernte, die Batterien herausnahm und beides in meine Handtasche verschwinden ließ. Erleichtert blieb ich einige Minuten auf der Toilette sitzen.

Ähem … wenn ihr es genau wissen wollt, ich war nicht ganz untätig. Ich fühlte mich im Recht, fand, dass das Orgasmusverbot durch Liams Unvorsichtigkeit wohl aufgehoben sein müsste.

Für diese Annahme habe ich, nachdem mein Herr meinem Hintern eine Woche Erholung gegönnt hatte, gleich noch mal dreißig Hiebe kassiert. Aber selbst wenn ich das zu dem Zeitpunkt gewusst hätte, wäre es mir wahrscheinlich egal gewesen.
Ich schwöre, ich bin eine folgsame Sub. Ich gehorche meinem Herrn gewöhnlich. Aber meine Devotion stieß an diesem Tag an eine, recht ungewöhnliche, Grenze.

Noch heute erinnern wir beide uns gerne an diese Geburtstagsfeier zurück. Und wenn Liam mir dann lachend erzählt, wie komisch ich damals in meiner Verzweiflung ausgesehen habe, strecke ich ihm meistens die Zunge raus. Und dann necke ihn damit, dass ihm ein Zweijähriger die Kontrolle über die Lust seiner Sub aus der Hand genommen hat.
Kommt durchaus vor, dass er dann fest in meine Haare greift, seine Hose öffnet und mir befiehlt, mit meiner Zunge etwas sinnvolleres anzustellen … Aber das … ist eine andere Geschichte.

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