Die Sub in mir: Sieben BDSM-Geschichten

Klappentext

Sieben Kurzgeschichten präsentiert Tanja Russ in ihrem neuesten Kurzgeschichtenband. Unterwerfung und Dominanz, Zärtlichkeit und Schmerz, darum geht es in ihren romantischen BDSM-Geschichten. Mit viel Herz zeigt sie uns, das BDSM und starke Gefühle nicht nur zusammenpassen, sondern sich perfekt ergänzen.
Lass dir von Tanja eine Welt aus Romantik, Lust und Verlangen zeigen. Genieß die auf- und anregende Lektüre, in der ihr ein „Spagat aus geilem (Lese-)Porno und erotischer SM-Romanze“ gelungen ist.

Diese sieben Geschichten findet ihr im ebook.
Zu der zweiten Story „Prinzessin“ gibt es unten auch noch eine kleine Leseprobe.

  1. Die Sub in mir
  2. Prinzessin
  3. Sir Ruprecht schwingt die Rute
  4. Unverhofft kommt …
  5. Eine seltsame Begegnung
  6. Erniedrigung
  7. In den falschen Händen

Leseprobe aus der Geschichte Prinzessin

… Ich gehe den kurzen Weg hinunter zum Strand. Obwohl die Sonne ihre Kraft bereits verloren hat, tummeln sich dort noch eine Menge Leute und genießen die letzten Sonnenstrahlen.
Ich sehe ihn sofort. Er sitzt auf einem großen Stein. Als Einziger mit dem Rücken zum Meer. Das Gesicht in meine Richtung gewandt, lächelt er, als sein Blick den meinen findet. Ich beschleunige meine Schritte. Er kommt auf die Füße, öffnet weit die Arme.
Enthusiastisch springe ich hinein und er fängt mich auf.
»Du bist vollkommen ver…«
Er küsst mich, verschluckt die letzte Silbe meiner Begrüßung. Eine Hand besitzergreifend in meinem Nacken, die andere auf meinem Arsch. Seine Zunge erobert energisch meinen Mund. Meine Knie werden weich. Ein leises Stöhnen entschlüpft mir. Nach einer kleinen Ewigkeit zieht er sich zurück, beißt mir in die Lippe. Fest, aber nicht zu fest. Gerade so, wie ich es mag. Dann lässt er mich los und hakt eine Leine in die Öse meines Halsbandes ein.
Ein Schauder durchfährt mich. Ich sehe ihm in die Augen. Ruhig und bestimmt erwidert er meinen Blick. Ich senke ergeben den Kopf. Bin mir sehr bewusst, dass immer noch viel zu viele Menschen hier herumlaufen, deren Aufmerksamkeit uns jetzt sicher ist. Mit der linken Hand fasst er nach meinem Kinn. Seinem sanften Druck gehorchend, schaue ich ihn wieder an. Er fesselt mich, nur mit seinen Augen, die aussehen wie das Meer bei Sturm. Für einen stillen Moment gibt es nichts und niemanden außer uns beiden. Er greift nach meiner Hand, gibt mir Sicherheit. Ich spüre das Ende der Leine zwischen unseren Handflächen. Sie hängt ganz locker von meinem Hals herab, über meine Brust, hinunter zum Bauch und verschwindet zwischen unseren ineinander verschränkten Händen. Gut sichtbar für jeden, der uns auf unserem Spaziergang am Strand begegnet.
Und da sind sie wieder, diese Blicke. Verwundert, neugierig, amüsiert, bis hin zu abschätzend, mitleidig und missbilligend. Die wenigsten schauen verständnisvoll oder gar beifällig. Eine Frau starrt mich besonders intensiv an, schüttelt den Kopf, als sie vorbeigeht. Ich meine aus ihrem abfälligen Gemurmel das Wort »Schande« herausgehört zu haben. Ich sehe zu ihm auf. Er drückt meine Hand. Aber noch mehr als die hält mich sein Blick. Ich schenke ihm mein dankbarstes Lächeln.
Hätte er mir befohlen, im Vierfüßlerstand neben ihm her zu kriechen, ich würde ihm gehorchen. Trotz der vielen fremden, verständnislosen Menschen, die uns begegnen. Er weiß, dass ich das für ihn tun würde, und ich habe nicht den geringsten Zweifel, dass er es nie von mir verlangen wird.
Ihm liegt nichts daran, dass ich krieche. Er stellt nur seinen Besitz zur Schau. Aber es geht um mehr als das. Ich sehe den Stolz in seinen Augen und in die Dankbarkeit in seinem Schmunzeln. Nicht nur, weil ich die Herablassung und Ignoranz für ihn ertrage, die uns entgegenschlägt. Auch weil ich mich in aller Öffentlichkeit von ihm führen lasse. Nicht er demütigt mich, sondern die abschätzenden Blicke der Vorübergehenden. Aber er setzt mich ihnen aus. Er mutet mir das zu und hält mich gleichzeitig. Er triggert die Sub in mir, führt mich an meine Grenzen. Doch er geht nie zu weit. Die Kopfschüttler begreifen das nicht, aber das ist unwichtig. Er und ich, wir verstehen einander und nur das zählt.
Eine gute Stunde laufen wir schweigend durch den Sand. Stolz und Scham prallen in mir aufeinander, liefern sich einen leidenschaftlichen Kampf.
Dennoch spaziere ich scheinbar lässig und mit hoch erhobenen Kopf am Wasser entlang. Nur mein Herr weiß, wie es in mir aussieht.
Ich bin unendlich glücklich, weil ich ihm gehöre. Ich kann und darf mich selbst loslassen und vollkommen auf ihn vertrauen. Bei ihm fühle ich mich gewollt und angenommen.
Gleichzeitig möchte ich im Erdboden versinken. Nur Wegrennen, das will ich nicht. Niemals würde ich vor ihm davonlaufen wollen.
Meine Hand in seiner ist schweißnass. Doch er lässt nicht los.
Der Knoten in meinem Magen wird nicht kleiner. Dennoch fällt es mir mit jedem Schritt ein wenig leichter, die bohrenden Blicke der Vorübergehenden zu ertragen. Seine ruhige Dominanz neben mir gibt mir Kraft. Mehr brauche ich nicht. …