Ich seh dich

Klappentext
Sara ist eine selbstbewusste, lebenslustige Frau. Doch insgeheim sehnt sie sich nach der Führung eines starken Partners. Mit Konrad glaubt sie, am Ziel ihrer Wünsche zu sein. Als sie merkt, dass sie sich geirrt hat, sucht sie Halt bei ihrem Chatfreund Julian. Die Freundschaft entwickelt sich zu einer virtuellen D/S-Beziehung, doch Sara sehnt sich nach einem Mann zum Anfassen und nach realem BDSM. Welches Geheimnis verbirgt er vor Ihr? Als ein Frauenmörder in der Stadt seine Opfer sucht, ist Sara in Lebensgefahr …

 

 

Leseprobe/ Textauszüge
… In gespannter Erwartung sprang sie unter die Dusche, pflegte und rasierte sich sorgfältig. Weil das Bad klein war, cremte sie sich im Wohnzimmer mit ihrer nach Jasmin duftenden Bodylotion ein. Bevor sie sich nach seiner Anweisung ankleidete, kämmte und föhnte sie ihr langes Haar. Schwarzer, enger Rock, der kurz über den Knien endete, rote hochgeschlossene Bluse, nur der oberste Knopf sollte geöffnet sein. Dazu Halterlose und die roten High Heels, die sie sich extra gestern noch gekauft hatte, um ihr Outfit zu vervollständigen. Seinem Wunsch entsprechend trug sie keine Unterwäsche und kniete pünktlich um siebzehn Uhr dreißig auf ihrem Himmelbett. Konrad wünschte, dass sie eine halbe Stunde vor seinem Eintreffen in dieser Position verharrte. Das Gesicht dem Fußende ihres Bettes zugewandt, damit sie sich in der vollständig mit Mosaikspiegeln beklebten Badezimmertür, sehen konnte. Sie sollte sich ausschließlich auf die Sub in ihr konzentrieren, darauf, was sie zu geben hatte und was sie zu nehmen in der Lage war. So lautete die Anweisung des Herrn.
Ihre eigenen Atemzüge klangen überlaut in ihren Ohren. Das Herz pochte genauso wild, wie ihre Pussy. Dreißig Minuten hatte sie hier zu knien und jede Sekunde schien wie eine kleine Ewigkeit dahinzukriechen. Die Musikanlage oder den Fernseher anzuschalten, hatte er ihr verboten. Sogar das Gurren einer Taube konnte sie trotz des geschlossenen Fensters in der Stille hören. Obwohl ihre Position in dem engen Rock schnell unbequem wurde, zwang sie sich, ruhig und ohne Herumrutschen zu verharren. Sie hatte jegliches Zeitgefühl verloren, denn vom Bett aus konnte sie die Uhr nicht ablesen, die im Küchenbereich an der Wand hing und leise vor sich hin tickte. Sara legte Wert darauf, dass er sie exakt so vorfand, wie er es befohlen hatte. Deshalb bewegte sie sich nicht. Ihr Mund war trocken, ihre auf den Oberschenkeln ruhenden Hände dafür schweißnass. Die Achterbahn in ihrem Magen drehte immer rasantere Doppelloopings. Doch neben der ganzen Nervosität, vermittelte ihr diese halbe Stunde des Wartens, auch ein Gefühl von Dankbarkeit. Einfach nur, weil sie seinem Willen folgen durfte.
Endlich hörte sie das Geräusch des Wohnungsschlüssels im Schloss, den sie vereinbarungsgemäß von außen hatte stecken lassen. Schnell senkte sie den Blick auf die Matratze. Lauschte dem leisen Klicken der sich schließenden Tür.
Schritte.
Herzklopfen.
Ihre feuchte Mitte pochte.
Schwarze, blank geputzte Schuhspitzen kamen vor dem Bett zum Stehen. Dann seine erste Berührung. Zwei Finger unter ihrem Kinn, die ihren Kopf energisch hoben, bis sie in kühle eisblaue Augen sah.
Gänsehaut.
Unwillkürlich verzog sich ihr Mund zu einem Lächeln.
»Guten Abend, Sir.«
»Scht! Habe ich dir erlaubt zu sprechen?«
Sie schluckte, schüttelte den Kopf. Er krallte eine Hand in ihre Bluse, da wo der oberste, offene Knopf ihr ein wenig Platz zum Atmen ließ. Dann riss er an dem Stoff, dass die Knöpfe in alle Richtungen flogen. Ein erschrockener Schrei entfuhr ihr, den Konrad sofort mit einem heißen Kuss erstickte. Energisch durchpflügte er ihren Mund mit seiner Zunge, entlockte ihr einen wohligen Seufzer. Doch schließlich griff er in ihre Haare und zog ihren Kopf ein Stück zurück.
»Zieh die Bluse aus«, knurrte er. »Und dann wirst du im Vierfüßlerstand durch das Zimmer kriechen und die Knöpfe suchen. Du möchtest sie doch morgen sicher wieder annähen.«
Sara schluckte. ›Wow, der hält sich nicht mit langen Vorreden auf.‹ Mit gesenktem Blick folgte sie seiner Anweisung. Eine Herausforderung, sich von einem Dom erniedrigen zu lassen, den sie noch nie zuvor real getroffen hatte. Und das, noch bevor die Session überhaupt richtig begann.
Als sie anfing, ihre submissive Ader auszuleben, hatte sie viel sinnlose Zeit darauf verplempert, mit sich zu hadern. Wie war es möglich, dass eine selbstbewusste, lebenslustige Frau wie sie, die mit beiden Beinen im Leben stand, sich in eine unterwürfige Sklavin verwandelte und dabei auch noch Lust empfand? Warum akzeptierte sie irgendeinen Kerl als ihren Herrn? Wieso durfte der ihr Befehle erteilen, sie schlagen und demütigen und warum befolgte sie mit Freude und Dankbarkeit jede seiner Anordnungen? Wieso fühlte sich das so gut an, dass sie nicht genug davon bekam?
Lange hatte sie gebraucht, bis sie erkannte, dass sie gar keine Verwandlung vollzog, sondern nur einen Teil ihrer Persönlichkeit auslebte. Ihre Sehnsucht nach Führung, danach, die Kontrolle abgeben zu dürfen und sich mit ganzer Hingabe auf einen dominanten Mann einzulassen, musste wohl schon immer in ihr geschlummert haben.
Das Einzige, was sie im Moment bedauerte, war, dass sie immer noch ihren engen schwarzen Rock trug. Das erschwerte ihre Fortbewegung erheblich und verwehrte Konrad den Blick auf ihren knackigen nackten Arsch. Aber sie spürte, dass er sie beobachtete, und war sicher, dass ihm nicht die kleinste Bewegung entging. Das machte sie stolz. Sie kroch kreuz und quer durch den Raum und sammelte die Knöpfe auf. Nur gut, dass die kleinen hellroten Dinger auf ihrem dunklen Echtholzboden deutlich zu erkennen waren und sie schnell alle gefunden hatte.
Kniend überreichte sie ihm schließlich sechs rote Knöpfe, die er für einen Moment lächelnd in der Hand wog. Dann legte er sie achtlos beiseite und sein aufmerksamer Blick aus eisblauen Augen traf sie erneut.
»Steh auf und zieh den Rock aus!«
Ohne zu zögern, befolgte sie seine Anweisung und stand wenige Sekunden später nackt, nur noch in ihren schwarzen Halterlosen, vor ihm.
Schweigen.
Seine Augen schienen jeden Zentimeter ihres Körpers abzutasten. Reglos verharrte sie, während er einmal um sie herum ging. In ihren Ohren wummerte ihr schneller Herzschlag. Als er plötzlich nach ihren Pobacken griff und fest hinein kniff, hätte sie vor Schreck beinahe einen Hopser nach vorn gemacht. Aber sie beherrschte sich im letzten Moment, spannte ihren Körper nur an wie einen Flitzebogen. …

Er hatte den Lärm gehört, sich jedoch nicht die Mühe gemacht, sein Fernglas auf die Straße zu richten. Offenbar hatte ein Betrunkener auf dem Heimweg, seine Bierflasche auf dem Asphalt zerschmettert. Uninteressant für ihn.
Hier in dem ehemaligen Großraumbüro im obersten Stockwerk des leer stehenden Gebäudes lungerte er oft herum. Es gab keinen Strom mehr im Haus und an manchen Abenden war es empfindlich kalt. Doch die Nacht war seine Verbündete. Im Dunkeln konnte er nämlich hervorragend beobachten, was in der Wohnung gegenüber geschah. Zumindest dann, wenn die Bewohnerin wach war. Jetzt schlief sie offenbar, denn hinter ihrem Fenster auf der gegenüberliegenden Straßenseite brannte längst kein Licht mehr. Er wusste nicht, wie viele Stunden er schon hier saß. Zeit spielte keine Rolle für ihn. Als die Abenddämmerung in die Nacht überging, war er hergekommen. Da war ihr Fenster hell erleuchtet gewesen. Die Nachtschatten schützten ihn vor den lästigen Blicken der neugierigen Passanten unten auf der Straße und ermöglichten ihm, sich vollkommen auf sie zu fixieren. Ausgeschlossen, seine Augen von ihr abzuwenden. Schwierig seinen Hunger im Zaun zu halten, der heute wiedereinmal besonders stark in ihm wütete. Seine Finsternis verschluckte ihn. Er wusste, er sollte seine Tabletten nehmen, doch dazu hatte er keine Lust. Das verdammte Zeug ließ ihn lethargisch werden, unterdrückte die ganze wunderbare dunkle Gier, die ihn lebendig hielt.
Fasziniert hatte er sie angestiert. Mindestens eine halbe Stunde lag sie nackt und reglos auf dem Bett, offenbar völlig erledigt von dem geilen Ritt, den sie hinter sich hatte. Gierig saugte er ihren Anblick in sich auf. Sie war so wunderschön. Er wollte sie ganz für sich allein und gleichzeitig wünschte er sie zum Teufel. Er brauchte sie nicht. Sie bedeutete nichts als Ärger. Es erzürnte ihn, dass er überhaupt hier saß und seine kostbare Zeit damit verschwendete, sie zu begaffen. Sie wagte es, seine Aufmerksamkeit zu fesseln. Dafür wollte er ihr wehtun.
›Das darfst du nicht, sie ist ein Kunstwerk, zerstör es nicht.‹
Ach was, diese elende falsche Moral konnte ihm gestohlen bleiben. Die Dunkelheit zog ihn an, so süß und verlockend. Er gierte nach Blut. Ihrem Blut. Kurz stand er auf, streckte sich und zog das scharfe Messer aus dem Lederetui an seinem Gürtel. Er setzte sich wieder hin. Fuhr zärtlich über den glänzenden Stahl, betrachtete die lange Klinge im glitzernden Mondlicht und blickte dann versonnen zu Saras Fenster hinüber.
»Siehst du sie?«, flüsterte er. Seine Stimme klang heiser, störte die wohltuende Stille um ihn herum. »Sie braucht dich mein Mäuschen, sie lechzt nach deinem Lebenssaft. Du willst es doch auch. Ich weiß, du brauchst es hart. Du stehst auf Schmerzen. Sie und ich, wir geben dir, was du begehrst, warte nur ab. Du wirst sie lieben und sie dich. Sie wird hübsche Muster auf deinem Körper zeichnen.«
Er hielt die linke Hand vor seine Augen, spreizte die Finger und schaute durch die Zwischenräume in ihre Wohnung hinüber. Saugte ihren Anblick in sich auf. Dann presste er die Finger zusammen und sie verschwand aus seinem Blickfeld. Er atmete schwer, umklammerte mit der rechten Hand den Griff des Messers und schnitt in den Handballen seiner Linken. Sanft, fast zärtlich glitt die Klinge durch sein Fleisch, wie durch Butter. Im ersten Moment verspürte er noch nicht einmal Schmerz. Er wartete, zählte die Sekunden, starrte gebannt auf das rote Blut, das aus der Wunde quoll. Erst als er bei dreißig angelangte spürte er das scharfe Brennen. Er zählte weiter. Noch mal bis vierzig, dann begann seine Hand zu pochen. Fasziniert betrachtete er die Klinge, an der einige Tropfen herabliefen. Rot und Silber, eine Farbkombination, so betörend wie das Leben selbst. Er küsste den Stahl, genoss die Nässe auf seinen Lippen und den kupfrigen Geschmack. Blut tropfte auf seine Schenkel, malte rostrote Flecken auf seine Hose. Sein rot verschmierter Mund verzog sich zu einem Lächeln. »Hab Geduld mein Mäuschen, bald ist es soweit, es dauert nicht mehr lang.«
Er stand auf und zog ein sauberes Stofftaschentuch aus der Hosentasche, um seine Hand zu verbinden.
Dann setzte er sich wieder hin, konzentrierte sich auf das süße, pochende Brennen in seiner Linken. Ihr Fenster ließ er nicht eine Sekunde aus den Augen. Auch nicht, als das Licht drüben erlosch.


»Was soll das werden, Kätzchen?«, knurrte er in ihr Ohr. »Hast du vor mich zu verführen?«
»Ja, Sir«, stöhnte sie und bog den Kopf genüsslich zurück.
Er knabberte an ihrer Kehle, biss ganz sanft zu. »Bist du dir sicher?«
»Bitte, führ mich an den Ort, an den du mich am Telefon geleitet hast. Jetzt. Hier.«
Er betrachtete sie. Ihr Brustkorb hob und senkte sich schnell. Ihre Nippel pressten sich hart gegen den Stoff ihres Kleidchens. Die Lippen vom Küssen geschwollen, die Wangen leicht gerötet. Jetzt hätte er gern in ihre Augen gesehen. Ob sie verhangen waren vor Lust? Doch der Schal verweigerte ihm die Sicht und zeugte gleichzeitig von ihrem Vertrauen und ihrer Hingabe. Trotz allem was sie nun wusste, wollte sie ihn. Die Frau war vollkommen verrückt.
Sanft strich er an ihrem Schlüsselbein herab, verharrte eine Weile auf ihren Brüsten, die sich in dem BH aneinanderschmiegten, und umkreiste ihre Nippel über dem Stoff. Dann ließ er seine Hände weiter wandern, über ihre warme weiche Haut zu ihren Bauch. Er schob den Rock über ihre Schenkel nach oben. Sie hob die Arme, damit er ihr das Kleid über den Kopf streifen konnte. Er hatte rote Unterwäsche erwartet, doch sie trug einen lila Spitzen-BH, so dunkel, dass er fast schwarz wirkte und ein passendes Höschen. Die zarte Spitze war nicht dafür gedacht, zu verbergen, was sich darunter befand, eher dazu es Szene zu setzen. Er brauchte einen besseren Blick.
»Warte einen Augenblick«, sagte er leise, hob sie von seinem Schoß und stand auf. Er räumte eine Schale mit Obst und ein breites Glas mit einer Kerze auf Moos und Bucheckern vom Couchtisch auf den Boden. Stattdessen legte er ein Sofakissen auf die Tischplatte. Dann fasste er nach ihren Händen und zog sie hoch.
»Ich möchte, dass du auf den Tisch steigst und dich dort hinkniest, damit ich dich ansehen kann.«
Die Verwunderung war ihr anzumerken, doch sie gehorchte widerspruchslos, als er ihr auf den Couchtisch half. Ohne weitere Aufforderung kniete sie sich mit leicht gespreizten Beinen auf das Kissen und faltete die Hände hinter dem Rücken. Sie hielt sich sehr gerade, drückte die Brust ein wenig nach vorn und senkte den Blick.
»Heb den Kopf, so als würdest du mich ansehen.«
Sie tat es.
Er schwieg eine Weile, betrachtete sie andächtig.
Auch sie sagte kein Wort und er war sicher, sie würde die ganze Nacht dort knien, ohne zu murren oder zu klagen. Eine starke, selbstbewusste Frau, dazu bereit und in der Lage, sich ihm zu unterwerfen und seinem Willen zu folgen. Sie schien gut erzogen zu sein, fast schon zu gut für seinen Geschmack.
»Ich sitze genau vor dir«, sprach er leise und sah, wie sie beim Klang seiner Stimme leicht erbebte. Prüfend schaute er in ihr Gesicht. Ja, ihr ging es gut. »Die Wäsche ist wunderschön. Herrlich, wie deine Nippel durch die Spitze blitzen. Deine Brüste sind der Hammer.«
»Danke, ich …«
»Schweig! Ich sage dir, wenn du sprechen darfst.«
Ihr Kinn sackte nach unten.
»Kopf hoch! Ich will nicht, dass du den Blick senkst! Denk dir etwas anderes aus, um mir deine Ergebenheit zu signalisieren!«
Sie öffnete den Mund, schloss ihn jedoch wieder, da er ihr das Reden ja verboten hatte.
»Deine Lippen schmiegen sich verdammt eng an den Slip. Er ist ziemlich nass, nicht wahr? Am liebsten würde ich dir das Höschen mit den Zähnen ausziehen und den BH genau an deinen Nippeln von deiner Haut ziehen. Aber ich fürchte, ich würde die Wäsche zerreißen und das wäre schade, weil sie wirklich heiß ist.«
Sie versteifte sich, so als rechne sie mit einem Schlag.
»Du erwartest, dass ich dich für einen nassen Slip bestrafe? Ganz bestimmt nicht! Ich finde es wunderbar, wenn du erregt bist.«
Sie leckte sich über die Lippen, atmete hörbar aus und entspannte sich wieder.
Julian streckte die Hand aus und streichelte ihre Wange.
»Bei mir wirst du alles vergessen, was dir andere Männer beigebracht haben, Kätzchen«, raunte er in ihr Ohr. Mit Genugtuung registrierte er die Gänsehaut, die bei seinen Worten über ihre Arme kroch. »Wir Beide entdecken unsere Vorlieben und Grenzen neu. Gemeinsam. Ich werde dir wehtun. Natürlich. Weil ich weiß, dass du das brauchst und weil es uns beiden Spaß macht. Aber ich sorge dafür, dass du es genießt. Bei mir bist du in Sicherheit. Vertrau mir.«
Sie schluckte, nickte einmal zaghaft, blieb jedoch stumm, wie er es ihr befohlen hatte. Er beugte sich vor, rieb mit der Zunge über die Spitze ihres BHs, neckte den Nippel darunter. Vorsichtig, um den zarten Stoff nicht zu beschädigen, umschloss er eine harte Knospe mit den Lippen und saugte daran. Ihr Wimmern tönte wie Musik in seinen Ohren. Sie drückte den Rücken noch weiter durch, reckte ihm ihre Brust entgegen. Er lächelte, stand auf, lief um den Tisch herum, stellte sich hinter sie und registrierte, dass es sich bei dem Slip um einen Stringtanga handelte. Verführerisch diese Backen. Am liebsten hätte er hineingebissen. Aber er beherrschte sich. Mit allen zehn Fingern kämmte er durch ihr Haar, strich die dunkle seidige Fülle über ihre Schulter nach vorn. Er umfasste ihre Brüste mit beiden Händen, knetete sie, küsste die empfindliche Stelle zwischen Hals und Schlüsselbein und lauschte ihrem leisen Wimmern.
»Lehn dich gegen mich«, zischte er in ihr Ohr und zog sie vorsichtig an ihren Haaren nach hinten. »Wenn nötig, stütz dich mit den Armen ab … Ja genauso.« Er ließ seine Hände über ihren Bauch wandern, bis zum Ansatz ihres Slips und wieder zurück. Er kniff in ihre Nippel, nicht zu fest, gerade so, dass er ihr ein Stöhnen entlockte.
Er atmete tief ein. Wahnsinn! Hier zu sein, sie zu berühren, ihre Hingabe zu erleben und anzunehmen. Die Erfüllung seiner Träume.
»Augenblick, eine Kleinigkeit fehlt noch«, murmelte er. »Ich schaue mir kurz deine Musikauswahl an und lege eine CD ein. Wir brauchen ein wenig musikalische Untermalung. Bleib genau in dieser Position, ich bin sofort wieder bei dir.«
Es gab eine Auswahl an klassischen Werken, daneben aber auch AC/DC, Metallica und Megaherz.
›Interessante Mischung‹, dachte er schmunzelnd, wählte ›Bolero von Ravel‹ aus und stellte das Lied auf Dauerschleife. …

Veröffentlichung: 23.03.20

 

Eine kleine Anmerkung von meiner Seite
In diesem Roman spielt das klassische Stück „Bolero“ von Maurice Ravel eine Rolle. 
Zu Beginn der ersten realen Session von Julian und Sara startet Julian dieses Musikstück. Diese Session ist für mich persönlich eine der schönsten Stellen in im Roman. Ich habe, während ich sie geschrieben habe Bolero von Ravel, gespielt vom London Symphony Orchestra Valery Gergiev, in Dauerschleife gehört. Wenn ihr also beim Lesen an die Stelle kommt, wo Julian auf Saras Musikanlage dieses Stück startet, empfehle ich euch, diesem Link zu folgen und das Stück als Hintergrundmelodie zu hören. Ich hoffe, es bringt euch beim Lesen in die Stimmung, in der ich beim Schreiben war ,-)

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