Brombeerfesseln (Auszug)

Montagabend parkte Lukas seinen Wagen voller Vorfreude vor Leas Haustür. Er nahm seine Sporttasche vom Beifahrersitz, in der sich einige Hilfsmittel befanden, die er in der nächsten halben Stunde zum Einsatz bringen wollte.
Er war sicher, sie würde überrascht sein von dem, was sie gleich erwartete. Dass es ihr gefallen würde, glaubte er eher nicht,
aber er war gespannt auf ihre Reaktion.
Würde sie sich ihm unterwerfen und tun, was er verlangte?
Oder würde sie einen Ausweg aus der Situation suchen und ihr entkommen?
Adrenalin schoss durch seine Adern und ließ ihn die drei Stockwerke zu ihrer Wohnung zurücklegen, ohne dass er die geringste Anstrengung verspürte.
Er grinste in sich hinein, als er den Wohnungsschlüssel, wie vereinbart, im Schloss stecken sah, zückte sein Handy und schrieb ihr eine SMS.
LEA, WAS SOLL DAS? DEINE TÜR IST ZU, ICH KOMME NICHT REIN.
Er musste nicht lange warten, kaum eine Minute später kam die Antwort.
SCHLÜSSEL STECKT.
Mit einem vergnügten Blick auf den Schlüssel schrieb er zurück:
WILLST DU MICH VOR DER TÜR STEHENLASSEN? MACH AUF, SONST GEHE ICH WIEDER!
In Gedanken begann er zu zählen und als er bei zehn angekommen war, wurde die Tür einen Spalt weit geöffnet.
Eine fast nackte Frau, die nichts weiter am Körper trug, als Nylons, High Heels, Hand-und Fußmanschetten und sein Halsband, lugte vorsichtig hinaus.
Er stellte sich vor sie und lenkte sie ab, bevor sie nach ihrem Schlüssel schauen konnte.
»Da bist du ja endlich, Baby und du siehst so heiß aus«, raunte er und wusste, dass seine Stimme ihr eine Gänsehaut die Wirbelsäule hinunterjagte. Er zog sie fest in seine Arme und überfiel sie mit einem hungrigen Kuss. Mit seiner Zunge eroberte er ihren Mund, raubte ihr den Atem. Dann zog er sie ins Treppenhaus, schloss die Wohnungstür mit einer Hand hinter ihrem Rücken und nahm den Schlüssel an sich. Er drängte sie mit seinem Körper gegen die Wand.
Erst als der raue Putz unangenehm an ihrer Haut kratzte, kam sie zur Besinnung. »Lukas, was machst du?«, fragte sie bang. Vermutlich wurde ihr klar, wo sie sich befanden.
Er genoss ihre Beklommenheit, lächelte sie unschuldig an. »Nimm die Arme runter«, flüsterte er in ihr Ohr.
»Lukas, nein! Meine Nachbarn, sie werden uns sehen!« Ihre Stimme war nur noch ein panisches Zischen.
»Nicht, wenn du dich ruhig verhältst und keinen Mucks von dir gibst. Du musst lernen, dich unter Kontrolle zu halten, meine Süße. Arme. Eng. An. Den. Körper!«
Seine Stimme war nicht mehr als ein Hauch an ihrem Ohr, dennoch lag sämtliche Autorität in seinem Befehl, zu der er fähig war.
Ein zufriedenes Lächeln schlich sich in seine Mundwinkel, als sie seiner Anordnung tatsächlich nachkam.
Das Gefühl der Macht, die er über die Frau vor ihm besaß, pulsierte in ihm. Er fühlte sich wunderbar lebendig. Diese Mischung aus Panik und Ergebenheit in ihren Augen machte ihn geil. Genau das war der Kick, den er brauchte. Er öffnete seine Sporttasche und nahm ein Hanfseil heraus, das er seiner Gespielin um die Taille legte. Mehrmals schlang er es fest um ihren Leib und ihre Unterarme und verknotete es schließlich. Nicht unbedingt eine sehr einfallsreiche Fesselung, aber effektiv. Dann nahm er den Gummiball aus der Tasche.
»Mund auf«, flüsterte er sanft.
Mit weit aufgerissenen Augen schüttelte Lea stumm den Kopf.
Er blieb vollkommen unbeweglich und sein Blick wurde eiskalt. Er spürte das Zittern, das ihren Körper durchzog. Sie wich seinem Blick aus und öffnete den Mund. Zärtlich drückte er den Ball hinein, küsste ihre Mundwinkel und befestigte das Band an ihrem Hinterkopf. Dann küsste er die empfindliche Stelle hinter ihrem Ohr. Leckte mit der Zunge über ihren Hals. Sie erschauderte.
»Beine spreizen!«
Nur noch ein sanft gehauchter Befehl, trotzdem gehorchte sie ihm umgehend.
»So ist es gut, Baby. Wenn du die Beine auch nur einen Zentimeter bewegst, ohne dass ich dich dazu auffordere, werde ich dich hart bestrafen. Ich rate dir, lass es nicht dazu kommen!«
Lukas hauchte kleine Knabberküsse auf ihr Schlüsselbein. Bahnte sich dann einen Weg zwischen ihren Brüsten entlang. Der Rundung ihrer rechten Brust folgend, züngelte er über die Unterseite, zwickte mit den Zähnen sachte in die zarte Haut. Seine Lippen fanden ihren Nippel, an dem er abwechselnd fest saugte und sanft leckte. Zufrieden registrierte er, dass ihre Atmung sich beschleunigte. Er verlor sich in ihrem Geruch und ihrem Geschmack, doch ein Teil von ihm blieb wachsam. Nie vergaß er, wo sie sich befanden.
Er lauschte auf das kleinste Geräusch,
um sie vor fremden Blicken zu schützen
und sie, falls nötig, in die Sicherheit ihrer Wohnung zu bringen.
Der Genuss ihres Körpers und seine Wachsamkeit vereinten sich zu einem Rausch. Er kontrollierte die Frau und die Umgebung, war Herr über ihren Körper und zu hundert Prozent Herr der Lage.
Im Treppenhaus war es so dunkel, dass er gerade eben die sanften Kurven und die schönen Gesichtszüge seiner Sklavin erkennen konnte. Sie hatte die Augen geschlossen, sich in die Situation ergeben, auch wenn die Gänsehaut auf ihrem Körper ihm sagte, dass sie nicht vergessen hatte, wo sie sich befand.
Der Nervenkitzel, die Angst vor der Entdeckung, heizte sie zusätzlich an. Er hatte es geahnt, seit sie ihm gestern ihre Fantasien gestanden hatte und kaum erwarten können, seine Vermutung bestätigt zu bekommen. In aller Ruhe schleckte er über ihr Schlüsselbein, ihre Brust, biss einmal kurz aber kräftig in ihre Knospe und ergötzte sich an ihrem heftigen Zucken. Dann leckte er weiter über ihre Rippen, ihren flachen Bauch. Er ging vor ihr in die Knie und nahm eine der geschwollenen Lippen sanft zwischen seine Zähne, ließ sie wieder los.
Lea keuchte.
»Pst«, flüsterte er und ließ seinen heißen Atem dabei über ihre empfindliche Haut streichen. »Selbstkontrolle Baby, sei leise!«
Als seine Zunge in die nasse Spalte eindrang und einige gezielte Schläge auf ihre Perle abfeuerte, zuckte sie heftig zusammen und machte einen klitzekleinen Ausfallschritt. Er kniff so fest in die Innenseite ihres Oberschenkels, dass sie ein Wimmern nicht unterdrücken konnte und vor Schreck gleich noch einen Schritt zurückwich. Wieder kniff er in die gleiche Stelle. Schaute sie von unten her streng an und hielt zwei Finger in die Luft.
Sie erbebte.
Er sah ihr an, wie viel Mühe es sie kostete, ruhig stehen zu bleiben. Er küsste die Stelle an ihrem Schenkel, die er eben noch so rüde behandelt hatte. Sanft pustete er darauf, bevor seine Zunge wieder genüsslich in die Tiefen ihrer Weiblichkeit vordrang.
Er saugte, leckte, küsste
bis ihre Beine zu zittern begannen,
Achtete aber darauf, sie nur so weit zu reizen, dass sie nicht kam.
Aus den Augenwinkeln sah er,
dass bei ihren Nachbarn in der Diele das Licht anging.
Ein sanfter Schimmer schien unter der Tür hindurch auf den Flur. Leas ganzer Körper wurde stocksteif, sogar den Atem hielt sie an. Er horchte auf die Geräusche aus der Nebenwohnung, ohne seine süße Folter zu unterbrechen.
Schritte ertönten, die sich jedoch nicht der Wohnungstür zu nähern schienen.
Schließlich wurde das Licht in der Diele wieder gelöscht.
Er spürte, wie Lea sich aus der Starre löste und sie endlich wieder Luft holte. Ihre Beine zitterten stärker. Er wusste genau, was er ihr antat. Die Angst vor der Entdeckung baute eine unglaubliche Spannung in ihr auf.
Da er sie zur Bewegungsunfähigkeit verdammt hatte, gab es kein Ventil, um den Druck zu verringern.
Schon in sicherer Umgebung konnte er ihr mit seiner Zunge die süßesten Qualen bescheren. Wie sehr erst, musste sie jetzt unter Hochspannung stehen, wo ihre Sinne auf das Äußerste geschärft waren und Adrenalin die Intensität seines Zungenspiels noch verstärkte? Dennoch glaubte er nicht, dass sie in der Lage war zu kommen, dafür hatte sie zu viel Angst.
Sie stand gewiss so sehr unter Strom, dass ihre Synapsen durchzubrennen drohten.
Lukas suhlte sich in ihrer Hilflosigkeit und ihrer Gier. Sein Schwanz war so hart, dass es wehtat und doch hielt er sich zurück. Kostete jede Sekunde aus,
wartete.
Er wusste selbst nicht, worauf. Aber sein Instinkt sagte ihm, dass der Moment noch nicht gekommen war, sie beide zu erlösen.
Plötzlich hörte er, dass unten die Haustür aufgeschlossen wurde.
Lea wurde erneut steif wie ein Brett.
Das Licht im Flur ging an.
Er richtete sich schnell auf, drängte sie mit seinem Körper fester gegen die Wand und schlang die Arme um ihre Taille.
Nicht dass sie auf die Idee kam, auf den Dachboden zu flüchten.
Die Stimmen von zwei jungen Frauen drangen zu ihnen herauf, die sich lachend unterhielten, während sie die Treppen hochstiegen.
Er überdachte kurz die Situation.
Lea wohnte ganz oben.
In der Nachbarwohnung war jemand zu Hause. Die Chancen standen also gut, dass das Ziel der Mädels eine der Wohnungen in den unteren Etagen war.
»Ich muss noch die Wäsche auf dem Dachboden abnehmen«, sagte eine der Frauen.
Lukas packte fester zu, grub seine Hände entschlossen in Leas Hinterbacken, presste seinen stahlharten Körper an ihre weiche Haut und hielt sie ruhig.
»Ach, kannst du das nicht morgen früh erledigen?«, plapperte die andere. »Ich muss dir unbedingt von meinem Date gestern erzählen. Ich platze, wenn ich noch länger warten muss, der Typ war so toll.«
Einen Moment lang waren nur Schritte zu hören.
»Du hast recht«, vernahm er dann die erste Stimme wieder. »Ich kann die Wäsche auch morgen früh noch abnehmen. Bin ja auch schon ganz gespannt auf deinen Bericht.«
Ein Schlüssel wurde in ein Schloss gesteckt, eine Tür ging auf und zu.
Dann
wurde es wieder still im Flur.
Jetzt hielt ihn nichts mehr.
Mit fahrigen Bewegungen öffnete er seine Jeans und zog sie samt Shorts über seine Hüften. Sofort umfasste er ihre Taille und hob sie hoch. Ihre Beine schlangen sich wie von selbst um ihn und im gleichen Moment rammte er seinen Schwanz in ihr nasses, bebendes Fleisch. Schon nach drei kraftvollen Stößen erzitterte sie. Ihre inneren Muskeln verkrampften sich. Er stieß erneut zu, einmal, zweimal, glitt tief in ihren zuckenden Körper.
Das Beben ließ nicht nach.
Es war so köstlich, dass er nicht genug davon bekam. Er schloss die Augen, bog den Kopf in den Nacken und drängte sein Becken fest gegen ihres. Er bewegte sich kaum noch, genoss nur die ekstatischen Krämpfe, die sein Schwert massierten.
Es schien ihm, als würde sie sich um ihn herum auflösen.
Als das Zucken schließlich schwächer wurde, drückte er sie mit den Schultern gegen die Wand.
Er zog sich fast vollständig aus ihr heraus,
um sich dann mit einem tiefen Stoß
in ihr zu verlieren.

















Malika und der Dämon
Um sie herum bedrohliche Stille. Sie saß auf einer schmalen Pritsche. Unmöglich, die eigene Hand zu erkennen, selbst dann, wenn Malika sie nah vor ihre Augen hielt. Doch sie wusste auch so, wie ihre Umgebung aussah. Vier dicke Steinwände, leicht unebener grauer Steinboden. Kein Fenster.
Die absolute Finsternis in diesem gottverlassenen Kerker war das Schlimmste, denn sie konnte die drei Monde nicht spüren. Nicht sehen, wie sie Neranon in ihr silbernes Licht tauchten. Ihr Schein sorgte dafür, dass es niemals dunkel wurde in ihrer Welt.
Malika war eine Hexe, ein Geschöpf der Natur, das seine Kräfte aus den drei Monden bezog. Die Mondenergie verband sich mit ihrem Blut und floss durch ihre Adern. Als Hexe war sie in der Lage, diese Energie zu bündeln und als Magie freizusetzen.
Selbst wenn sie sich in geschlossenen Räumen befand, hemmte das den Energiefluss in ihr normalerweise nicht, denn auf Neranon baute man fast alles aus Holz. Ein natürlicher Baustoff, durchlässig für die Mondenergie. Wald gab es genug, denn die drei Monde ließen die Bäume innerhalb weniger Jahre so mächtig wachsen, dass ein Mann die gewaltigen Stämme nicht mit beiden Armen umfassen konnte.
Doch hier, durch die meterdicken Steinmauern drang nicht der kleinste Funken der für sie so wichtigen Energie. Malika fühlte sich kraftlos, hoffnungslos und sie hatte Angst.
Neranon, ihre Heimat, war eine wunderschöne, multikulturelle Welt. Hier lebten Elfen, Dämonen, Hexen, Gnome und die magielosen Menschen harmonisch zusammen. Für den Frieden sorgte Gartos, der erhabene Zauberer mit eiserner Hand.
Eigenständiges Denken war erwünscht, solange man dachte, wie Gartos es lehrte. Die eigene Meinung war erlaubt, solange sie sich mit der von Gartos deckte.
Das hörte sich schlimmer an, als es war, denn der erhabene Gartos war ein gerechter Herrscher.
Doch Malika war ein Freigeist, der gern eigene Ideen entwickelte. Leider konnte sie ihr vorlautes Mundwerk nicht halten. Dieser Umstand hatte sie in den Fokus von Gartos Spionen und letztlich hierher gebracht.
Was geschah jetzt mit ihr? Was würden sie ihr antun? Würde sie je das Licht der drei Monde wiedersehen? Jemals ihre Energie wieder spüren?
Ein Schlüssel knarzte im Schloss. Malikas Herz setzte zwei Schläge aus. Die Angst nahm ihr den Atem. Sie zog ihre Knie eng an den Körper, versuchte, das Zittern zu unterdrücken. Sie kniff die Augen für einige Augenblicke fest zusammen. Konzentrierte sich auf sich selbst. Ein letzter ruhiger Moment, bevor … Bevor was? Würde man sie verhören? Foltern?
Schritte.
Die schwere Tür ihres Gefängnisses fiel ins Schloss.
Stille.
Sie zwang sich, die Lider wieder zu öffnen. Immerhin konnte sie jetzt etwas sehen, auch wenn sie weiterhin von ihrer natürlichen Energie abgeschnitten war.
Vor ihr stand ein einzelner Mann, nein eher schon ein Hüne mit einer Fackel.
Sie musterte ihn. Goldblonde Haare, die ihm bis auf die breiten, nackten Schultern reichten, denn obwohl es recht kühl in diesem Gemäuer war, trug er kein Hemd. Seine Haut schimmerte in einem leicht oliven Ton. Die dunkelbraune, weite Hose steckte in kniehohen schwarzen Stiefeln, die Schuhspitzen gepudert mit rötlichem Staub. Augen, die schwarz wirkten, aber vielleicht lag das auch nur am Fackelschein. Er war auf eine dunkle, herbe Art schön. Seine Präsenz füllte ihre Zelle so umfassend, dass sie sich in die Ecke gedrängt fühlte, obwohl er drei Schritte von ihr entfernt stand. Stumm schaute er sie an, fesselte ihren Blick. Unmöglich wegzuschauen, bis er nach einer gefühlten Ewigkeit endlich den Augenkontakt unterbrach und sich abwandte, um die Fackel in eine Halterung in der Wand einzustecken.
Was für einer Spezies gehörte er an? Ein Dämon? Ein Dunkelelf? Für einen Dämon wäre er recht schmal gebaut. Gerade männliche Dämonen waren gewöhnlich stämmig und muskelbepackt, Dunkelelfen dagegen eher schmalgliedrig und schlank.
Dennoch, ihr Instinkt, der sie selten trügte, sagte ihr, dass ihr ein Dämon gegenüber stand. Letztlich egal, welcher Spezis er angehörte. Beide Wesen verfügten über starke dunkle Magie und mit beiden war nicht zu spaßen.
Er kam zurück, blieb wiederum drei Schritte vor ihr stehen und schaute auf sie herab. Sein Haar glänzte im Fackelschein. Die Hände hatte er hinter dem Rücken verschränkt. In einer Schlaufe seines Gürtels hing eine Peitsche, die ihre Aufmerksamkeit fesselte. Ihre Angst wuchs. Sie wusste die süße Qual eines ordentlichen Spankings durchaus zu schätzen. Aber auf lustvollen Schmerz würde das hier kaum hinauslaufen. Unfähig den Blick abzuwenden, starrte sie das Schlaginstrument an. Bis ihr plötzlich bewusst wurde, dass sie ihm direkt in den Schritt guckte. Geschockt sah sie hoch, blickte wieder in sein schönes, düsteres Gesicht mit den schmalen Lippen und den stark ausgeprägten Wangenknochen. Ein Muskel zuckte an seinem Kinn und sie glaubte, so etwas wie Mitleid in seinen schwarzen Augen zu erkennen.
Malika wurde eiskalt. Wenn ein Kerkermeister, dazu noch ein Dämon, Mitgefühl zeigte, würden die nächsten Stunden verdammt schwer für sie werden.
Doch er schüttelte kaum merklich den Kopf.
»Keine Angst. Ich tue dir nichts.«
Er hatte nicht gesprochen, zumindest nicht im herkömmlichen Sinne. Seine Stimme ertönte direkt in ihrem Kopf. Dämonen beherrschten Telepathie und waren in der Lage, ihre Botschaften auch an Wesen zu senden, die diese Fähigkeit nicht besaßen.
»Aber du musst schreien.« Plötzlich lag die Peitsche in seiner Hand, ohne dass sie die Bewegung wahrnahm, mit der er sie aus der Gürtelschlaufe gelöst hatte. Doch auch darüber wunderte sie sich nicht. Dämonenmagie war seltsam.
»Was?«, fragte sie verwirrt.
»Schrei!« Er holte aus, ein scharfes Zischen erfüllte den Raum, dann ein dumpfes Klatschen. Ihr panischer Schrei zerriss die Stille. Doch der erwartete Schmerz blieb aus. Verblüfft schaute sie an sich herab. Er hatte wenige Millimeter vor ihr auf die Pritsche geschlagen, ohne sie zu treffen. Kein Zweifel, dass er sie absichtlich verfehlt hatte. Überrascht blickte sie ihn an.
»Gut so!«
Schon sauste die Peitsche erneut nieder und auch dieses Mal traf sie nicht. Vor lauter Erstaunen vergaß sie zu schreien.
Er schüttelte missbilligend den Kopf. »Es muss echt wirken, Hexe. Ich tue dir nichts, aber wenn das jemand draußen mitbekommt, schicken sie einen Anderen und dann wird es unangenehm für dich.«
Wieder ertönte seine Stimme direkt in ihrem Kopf. Sie nickte und schrie, während er die Peitsche wieder und wieder niedersausen ließ und immer nur einen Hauch daneben zielte, ohne sie jemals zu treffen.
Anfangs zuckte sie bei jedem Peitschenknall zusammen. Doch nach und nach entspannte sie sich. Er schaute noch nicht einmal hin, wenn er zuschlug, sondern sah ihr ins Gesicht. Dämonische Präzision.
Malika glaubte, in seinen schwarzen Augen zu versinken. Unmöglich, den Blick von ihm loszureißen.
Schließlich verstummte das unheimliche Knallen und Zischen und die Peitsche steckte wie von Zauberhand wieder in seiner Gürtelschlaufe.
»Du brauchst die Energie der drei Monde offenbar nicht, um deine Magie zu wirken.« Die Worte waren heraus, bevor sie darüber nachdenken konnte. Sie biss sich auf die Lippen. Bestimmt lag es ihm fern, sie in die Geheimnisse der Dämonenmagie einzuweihen.
»Ich kann die Energie tagelang in meinem Inneren speichern.«
»Wow«, murmelte sie. »Sehr praktisch … Danke. Ich weiß nicht, warum du mich verschont hast, aber ich bin dir wirklich dankbar dafür.«
Er nickte knapp. »Ich gehe jetzt. Ich komme später wieder.«
»Warte!«
Er hob eine Braue.
»Kannst du nicht noch ein bisschen bleiben? Ich meine … müsste ich nach den Schlägen nicht viel mitgenommener aussehen?«
Sie spürte einen leichten Zug dunkler Magie, wie ein Schauder auf ihrer Haut und stöhnte leise auf. Sie vermisste ihre Energie so sehr, dass selbst dieser kleine, fremdartige Hauch schon wie eine Erlösung wirkte. Leider verging das Gefühl viel zu schnell. Sie schaute an sich herab. Ihr Kleid wies Risse an unzähligen Stellen auf. So als hätte jeder Streich sie tatsächlich getroffen. Durch den zerrissenen Stoff konnte sie sogar Striemen auf ihrer Haut erkennen. Sie pikte probeweise auf eine rote Linie, spürte aber keinen Schmerz. Sein Blick schien von etwas jenseits ihres Kinns gefesselt zu sein. Sie folgte der Blickrichtung und stellte fest, dass ein Riss sich genau über ihrer linken Brust befand und ein Nippel rosarot herausblitzte.
»Oh«, hauchte sie. Mit einmal Mal pflanzte ihre Fantasie Bilder in ihren Kopf, die ebenso wie verstörend wie erregend waren. Sie sah sich selbst und ihn, ineinander verschlungen im Rausch wilder Leidenschaft. Wow. Sie widerstand dem Drang, die offene Stelle über der Brust mit dem Arm zu bedecken. Sehnsucht erfasste sie. Wie war das möglich in dieser Situation? Lag es an dem intensiven Blickkontakt, den sie fast die ganze Zeit über gehalten hatten? Sie wollte aufstehen, doch die schwere Kette an ihrem rechten Handgelenk hielt sie davon ab.
Sein prüfender Blick traf sie und im nächsten Moment lag die dicke Eisenkette vor ihr auf der Pritsche. »Danke«, flüsterte sie und stand auf. Sie wusste nicht warum, aber sie musste ihn berühren. Aus Dankbarkeit? … Nein … Da war plötzlich etwas … Die Temperatur in der Zelle schien sich erhöht zu haben. Sie überbrückte die kurze Distanz zwischen ihnen, legte beide Handflächen auf seine Rippen. Seine Haut fühlte sich kühl an, was nicht überraschend war, denn die Körpertemperatur von Dämonen liegt kaum höher als achtzehn Grad. Ihre Hände glitten langsam höher zu seiner Brust, kratzten über seine Brustwarzen, hoch zu seinen Schultern. Sie hob den Kopf. Er hatte sich keinen Millimeter bewegt. Sein Blick, schwarzes Feuer, das sie zu versengen drohte. Jetzt packte er sie und in der nächsten Sekunde hatte er sie hochgehoben, auf seine Hüften gesetzt und sie mit seinem Körper gegen die Wand gepresst.
»Weißt du, was du da tust, Hexe?«, knurrte er in ihrem Kopf.
»Ich heiße Malika«, flüsterte sie, ohne auf seine Frage einzugehen. Im nächsten Moment presste er seine kühlen Lippen auf ihre und seine Zunge eroberte ihren Mund. Sie schlang die Arme um ihn, hielt sich an seinen Schultern fest. Sein Kuss, besitzergreifend, atemberaubend, doch er beendete ihn viel zu schnell. Auch drückte er sie nicht mehr so hart gegen die Steinmauer. Etwas veränderte sich kaum merklich und sie fühlte sich eher gehalten als beherrscht.
Aufmerksam schaute er sie an, streichelte sanft ihre Wange. »Du bist geschwächt«, murmelte er und klang tatsächlich besorgt.
»Die Mauern schneiden mich ab von meiner Energie«, erwiderte sie verlegen. Sie wollte nicht schwach sein. Nicht jetzt, nicht bei diesem Mann. Sie versuchte ein verführerisches Lächeln. »Ich bin gar nicht so abgeneigt, deine Peitsche zu spüren, wenn du sie für ein lustvolles Spanking gebrauchst. Kannst du das?«, fragte sie herausfordernd.
Im nächsten Moment schallt sie sich selbst eine Idiotin. Er hatte sie vorhin verschont. Warum er das getan hatte, blieb sein Geheimnis. Sie sah sich als Opfer der Willkür des mächtigen Zauberers. Als Gefängniswärter in Gartos Diensten war der Dämon ihr Feind. Diesen Job hatte man ihm sicherlich nicht gegeben, weil er für Gnade und Sanftmütigkeit bekannt war. Und sie dummes Schaf, hatte nichts Besseres zu tun, als sich diesem Schlächter an den Hals zu werfen.
Er strich mit dem Daumen über ihre Unterlippe. »Selbstverständlich kann ich das. Aber nicht jetzt und nicht hier. Ich komme wieder.«
Im nächsten Augenblick lag sie auf ihrer Pritsche, die schwere Kette wieder um ihr Handgelenk geschmiedet und er war verschwunden. Für einen kurzen Moment fragte sie sich, ob sie das alles nur geträumt hatte. Doch er hatte die Fackel dagelassen, die ihre Zelle in trübes Licht tauchte. Auch ihr Herz pochte noch immer unruhig und zwischen ihren Schenkeln spürte sie Feuchtigkeit.
Gleichzeitig fühlte sie sich innerlich zerrissen, matt und ausgelaugt und jetzt, wo der Dämon weg war, lähmte die Angst sie erneut. Sie starrte an die Decke, wo der Fackelschein zuckende Lichtspiele hinterließ. Stundenlang, wie es ihr schien. Bis sich der Tanz der Flamme verlor und sie nichts mehr sah.
Behutsam streichelte eine kühle Hand über ihre Wange. Sie schmiegte sich daran auf der Suche nach Geborgenheit. Erst die leichten Klapse, die folgten, brachten sie dazu, widerwillig die Lider zu öffnen. Sie blickte in schwarze Augen.
Schnell legte er seine Hand über ihren Mund und dämpfte ihren erschrockenen Schrei.
»Pst, komm, aber leise«, raunte er und zog sie mit sich.
Die Eisenkette an ihrem Handgelenk hatte er bereits gelöst und so griff sie nach seiner Hand und ließ sich mitziehen. Hinaus aus der Zelle, durch einen Flur mit vielen Kerkertüren. Dann ging es eine enge Wendeltreppe hinauf. Sie zählte die Stufen nicht, doch als sie endlich oben ankamen, war Malika außer Atem. Er schloss eine Tür auf und hinter ihnen wieder ab. Sie schaute sich in dem runden Raum um. Es gab wenig Mobillar. Ein Tisch, zwei Stühle, ein Bett. Offenbar handelte es sich ebenfalls um eine Gefängniszelle, wenn diese hier auch etwas komfortabeler war als ihre eigene. Doch hoch oben in der Decke befand sich ein großes Loch, durch das die drei Monde ihren silbernen Schein sandten.
Direkt unter der Lichtquelle fiel Malika auf die Knie, reckte die Arme in die Höhe, als wolle sie das Licht anfassen. Was für ein Gefühl! Sie hätte gern die Augen geschlossen während die Energie in ihren Körper strömte, ihr Kraft und Zuversicht schenkte. Doch sie konnte nicht wegsehen. Zu schön war das Mondlicht.
Eine gefühlte Ewigkeit kniete sie dort, bis nicht nur ihr Innerstes, sondern einfach jeder Winkel ihres Körpers wieder aufgeladen war und sie sich seiner Gegenwart überdeutlich bewusst wurde.
Er hatte auf einem Stuhl Platz genommen und beobachtete sie unverwandt. Sie glaubte Bewunderung in seinem Blick zu erkennen und lächelte. »Bitte komm her«, bat sie leise und bemerkte, dass sogar ihre Stimme einen volleren Klang hatte.
Wortlos stand er auf und näherte sich ihr, bis sie nur wenige Zentimeter vor ihm kniete. Sie hob den Blick, öffnete den Mund, um ihm zu danken, schloss ihn aber wieder, ohne etwas zu sagen. Sich in dieser Position zu bedanken ließ sie klein und schwach wirken. Das wäre falsch. Sie wollte ihm etwas anderes von sich geben. Hingabe, keine Erniedrigung. Unterwerfung … ja, aber nicht als Gefangene dem Feind gegenüber, der sie in die Knie zwang, sondern als Frau gegenüber dem Mann, den sie begehrte.
Ein anderer Gedanke drängte sich ihr auf. Sie verfügte nun über ihre Magie, fühlte sich vollständig. Sie wäre nicht in der Lage, ihn zu töten, dafür war er zu stark. Aber wenn sie ihre Energie bündelte und sie direkt auf seine Kronjuwelen abfeuerte, könnte sie ihn zumindest für einige Minuten außer Gefecht setzen. Lange genug, um ihm den Schlüsselbund abzunehmen und zu fliehen. Vielleicht ihre einzige Chance hier rauszukommen. Sie dachte eine volle Minute darüber nach. ›Nein‹, entschied sie dann. ›Er hat mich nicht in diese Situation gebracht und mir nichts Böses getan, im Gegenteil. Ihm seine Hilfe mit einem Angriff zu danken, wäre mies … Außerdem will ich ihn. Ich flüchte, sobald sich die Gelegenheit bietet. Aber nicht jetzt und nicht so.‹
Sie blieb auf den Knien, drückte den Rücken stolz durch und legte die Hände mit den Handflächen nach oben auf ihre Oberschenkel. Als sie den Blick hob und in seine schwarzen Augen sah, bemerkte sie an der Art, wie er sie beobachtete, dass er ihre Gedanken erraten hatte. Er war auf der Hut. Niemals hätte sie die Chance bekommen, ihn zu überwältigen. Für einen Moment schämte sie sich, aber dann zuckte sie die Schultern. »Ich musste zumindest darüber nachdenken und die Entscheidung bewusst treffen«, sagte sie trotzig.
»Ich weiß«, ertönte seine ruhige Stimme in ihrem Kopf.
Sie lächelte ihn an, froh, dass er nicht böse war.
»Warum hilfst du mir überhaupt?«
»Du solltest nicht hier sein«, erwiderte er nur.
Mit dieser Meinung waren sie schon zu zweit. Sie nickte. Überflüssig darüber zu reden, warum sie sich in diesem dunklen Loch befand.
»Ich habe mich entschieden«, sagte sie stattdessen. Hielt inne, holte noch einmal tief Luft. »Bitte … ich will dich.«
Seine Magie kribbelte kurz auf ihrer Haut und im nächsten Moment kniete sie nackt vor ihm. Er zog seine Energie nicht zurück, sondern hüllte sie damit ein, wie in einen sicheren Kokon. Dämonenmagie fühlte sich anders an als ihre eigene. Dunkel, kühl und dennoch berauschend. Malika verstand nicht, warum seine Energie dieses Feuer in ihr erzeugte, die ihren ganzen Körper bis in ihr Innerstes entzündete und sie zu versengen drohte, doch genauso war es. Sie seufzte auf. Wildes Verlangen raste durch ihre Adern. Stöhnend bog sie den Rücken durch, öffnete ihren Geist weit für ihn und ließ sich fallen, im Vertrauen darauf, dass er sie halten würde. Das Pochen in ihrer Klit hallte in jeder Pore wieder und er hatte sie noch nicht einmal angefasst, sondern ausschließlich mit seiner Magie durchdrungen. Er schwächte den Energieschub etwas ab, gab ihr die Möglichkeit einen klaren Gedanken zu fassen. Plötzlich hielt er seine Peitsche wieder in der Hand.
»Willst du sie spüren, Malika? Sag mir, ob du dazu bereit bist.«
»Ja! Ich bitte dich, Herr, schlag mich«, rief sie sofort. Überflüssig, lange zu überlegen.
Doch als er das Schlaginstrument hob, rief sie: »Halt, warte!«
Er ließ den Arm wieder sinken, schaute sie abwartend an.
»Wie heißt du eigentlich?«
Ein kaum merkliches Schmunzeln schlich sich in seine Mundwinkel. »Mein Name ist Matrid.«
»Matrid«, murmelte sie, als wollte sie ausprobieren, wie er sich auf ihren Lippen anfühlte. »Bitte züchtige mich, Matrid.«
»Es gefällt mir, wenn du meinen Namen aussprichst, deshalb wirst du ihn nach jedem Schlag sagen und mich um den nächsten Hieb bitten. Solange, bis du genug hast.
»Jawohl Herr, wie du wünschst. Ich bin bereit.«
»Vierfüßlerstand«, befahl er knapp und trat einen Schritt zurück.
Kaum hatte sie die gewünschte Pose eingenommen, sauste die Peitsche auf ihren Arsch nieder. Der Schlag war kräftig und schmerzhaft, doch gleichzeitig streichelte er sie mit seiner Magie, ließ sie wie kleine Ameisen über ihre Haut kribbeln.
»Danke Matrid, gib mir bitte mehr.«
Schon rauschte der nächste Hieb auf ihren Rücken nieder.
»Ah, bitte schlag mich, Matrid.«
Ein Peitschenhieb nach dem anderen traf ihre Haut und immer wieder bat sie ihn um mehr. Nach zwanzig Schlägen befahl er ihr, sich auf den Rücken zu legen, die Fußsohlen auf den Boden zu stellen und die Beine zu spreizen. Er zielte auf ihre Brüste, Bauch, Oberschenkel und ihre Scham. Je heftiger seine Hiebe brannten, desto mehr Magie schickte er durch ihren Körper, sorgte dafür, dass sie vor Leidenschaft glühte. Nach weiteren zwanzig Schlägen hatte sie immer noch nicht genug. Ihr Körper stand in Flammen, Schmerz und Lust vereinten sich zu einem Cocktail, der sie rasend vor Gier um mehr betteln ließ.
Also befahl er ihr, sich erneut in den Vierfüßlerstand zu knien, verteilte weitere Hiebe auf ihre Backen und Schenkel und fing sie mit seiner Magie auf. Bis sie nach weiteren fünfzehn Schlägen einen gigantischen Orgasmus erlebte, so heftig, dass sie sich nicht mehr im Vierfüßlerstand halten konnte und sich einfach auf den Boden plumpsen ließ. Sofort war er bei ihr, nahm sie in seine Arme, streichelte sie sanft. Endlich spürte sie auch seine reale Nähe. Nicht nur Präsenz und Magie, sondern seine Hände, seine Haut an ihrer, seine Lippen und seinen Atem, der über ihren erhitzten Körper strich. Sie glaubte zu ertrinken, in diesem zärtlichen Rausch.
Nachdem sie die Kontrolle über ihre Sinne halbwegs zurückgewonnen hatte, begann sie ihn zu streicheln und zog ihre Energie dabei sachte durch ihn hindurch. Ihre Hände erzeugten Hitze auf seiner kühlen Haut. Ihre Magie durchströmte ihn und sorgte dafür, dass sich die Lust bis in den letzten Winkel seines Körpers ausbreitete. Doch als sie ihre Energie durch seinen Schwanz schickte, stieß er ein kehliges Grollen aus.
»Du raubst mir den Verstand«, knurrte er, drehte sie auf den Rücken, hielt ihre Arme rechts und links neben ihrem Kopf fest und drang sofort tief in sie ein. Er fickte sie mit harten, gierigen Stößen. Ihr Körper brannte bereits von den Schlägen. Zusätzlich presste er sie mit hemmungsloser Leidenschaft auf den harten Fußboden. Morgen würde ihre Rückseite sicher blau und grün leuchten. Dennoch, diese wilde Raserei trieb sie in Höhen, in denen sie noch nie zuvor gewesen war. Sie war nicht in der Lage, ihre Schreie zu zügeln, doch er schirmte ihre Lautstärke mit einem Energiefeld ab und verhinderte, dass auch nur ein Mucks nach draußen gelangte. Als sie kam, glaubte sie, zu zerbersten. Mit einem zügellosen Schrei pumpte er seinen Saft in sie. Danach zog er sich nicht aus ihr zurück, drosselte lediglich das Tempo. Die dämonische Ausdauer war legendär auf Neranon, doch Malika wusste nicht so recht, ob sie sich darüber freuen sollte. Sie konnte einfach nicht mehr. Doch jetzt vögelte Matrid sie langsam und genussvoll und zog seine Energie dabei durch sie hindurch. Die drei Monde versorgten sie zusätzlich mit neuer Kraft. Bald fühlte sie, wie ihre Reserven sich wieder auffüllten und sie begann ihren Energiefluss durch seinen Körper leiten. Die Magie des Anderen vervielfachte ihre Leidenschaft, sodass sie einander wahnsinnig intensiv spürten. Nicht nur die Stöße, den Rausch, die Ekstase ihres Liebesspiels, sondern auch die Energiequelle, die tief im Partner sprudelte. Sie genossen einander ganz bewusst, bis die Geilheit sie erneut übermannte und ihre Bewegungen härter und schneller wurden. So hart, dass ihre Leiber aneinander klatschten und schmatzen. Gierig küssten sie sich, bis der Druck so stark wurde, dass sie gemeinsam explodierten. Für einen Moment schwebten sie im bodenlosen Nichts, bevor sie langsam wieder auf dem Boden des Turmzimmers landeten.
Sie brachten nicht die Kraft auf, sich voneinander zu lösen und aufs Bett zu legen. Hielten sich fest umschlungen und kosteten das Gefühl von Nähe aus und den Schweiß auf ihrer Haut, der sich vermischte. Irgendwann schlief Malika in seinen Armen ein und wachte noch nicht einmal auf, als er sie zurück in ihre Zelle trug, sie sanft auf die Stirn küsste und ging.
Mit einem Lächeln auf den Lippen träumte sie friedlich, bis sie rücksichtslos gepackt und von ihrer Pritsche gezerrt wurde. Malika schrie erschrocken, wusste gar nicht, was mit ihr geschah. Gerade noch hatte sie in Matrids Armen gelegen und es war so unfassbar wild und schön gewesen. Jetzt stießen fremde Wachen sie grob vor sich her. Hinaus aus der Zelle, über Flure und Treppen. Unmöglich, sich den Weg zu merken, den man sie trieb. Schließlich hielten sie vor einer breiten Eisentür inne. Die Tür wurde einen Spalt geöffnet und sie in einen riesigen Saal gestoßen. Hohe Holzpulte standen in einem weitläufigen Kreis. In der Mitte ein einzelner unbequemer Stuhl, auf den man sie drückte. An beiden Seiten und auch hinter ihr postierten sich schwer bewaffnete Soldaten. An jedem Pult stand eine, in einen purpurfarbenen Umhang gehüllte, Gestalt. Die Kapuzen so tief in die Gesichter gezogen, dass sie nur Schatten erkennen konnte.
Der Hohe Rat, das Gericht von Neranon hatte sich versammelt. Malikas Herz überschlug sich. Die nächsten Stunden würden über ihr Schicksal entscheiden.
Stunden dauerte es dann tatsächlich nicht. Die Anklageschrift wurde verlesen. Man bezichtigte sie, eine geheime Organisation gegründet zu haben, mit dem Ziel den erhabenen Zauberer stürzen, ja sogar töten zu wollen. Schockiert hörte Malika, was ihr da vorgeworfen wurde. Es gab keine Verschwörung, nicht einmal eine Organisation existierte. Sie hatte doch lediglich ein paar Freunde und Nachbarn dazu animiert, nicht alles widerspruchslos hinzunehmen, was man ihnen vorgab. Nicht im Traum hatte sie jemals daran gedacht, dem ehrwürdigen Gartos auch nur ein Haar zu krümmen! Doch man ließ sie nicht mal zu Wort kommen. Der ganze Prozess war eine einzige Phrase, das Urteil stand schon fest, bevor die Verhandlung überhaupt begann. Kaum zwanzig Minuten waren vergangen, da verkündete einer der gesichtslosen, in seine purpurne Kapuze verhüllten Schatten die Entscheidung. Man befand sie der Verschwörung, des Hochverrats und des versuchten Mordes für schuldig und verurteilte sie zum Tode. Die Vollstreckung sollte binnen achtundvierzig Stunden erfolgen. Wie betäubt stolperte Malika aus dem Saal. Wie sie zurück in ihre Zelle kam, wusste sie nicht. Das konnte doch nur ein böser Albtraum sein! Jeden Moment würde sie aufwachen! Aber nein, es war real. Warum denn bloß? Sie hatte doch nichts Schlimmes getan! Verzweifelt kauerte sie auf ihrem Bett. Tränen liefen ihr über die Wangen.
Als der Schlüssel in ihrer Zellentür knarzte, stockte ihr der Atem. ›Nein, nicht jetzt, nicht so schnell! Ich bin noch nicht bereit.‹
Doch es war Matrid, der keine Sekunde später neben ihr auf der Pritsche saß und sie in seine Arme nahm. Hemmungslos weinte sie, während er sie hielt und wortlos ihren Rücken streichelte.
»Das ist alles falsch, Matrid. Ich habe nichts dergleichen getan, bitte glaub mir doch!«
»Scht«, flüsterte er. »Ich glaube dir, aber letztlich ist es auch egal.«
›Ja, er hat recht! Es ist gleichgültig! Sterben werde ich so oder so! Mir bleiben nur noch zwei Tage, vielleicht weniger. Wer weiß, wann sie kommen, um mich zu holen.‹
Entsetzen und Fassungslosigkeit lähmten sie. Sie klammerte sich an ihn. Sie hatte ihn doch gerade erst gefunden, hier an diesem verfluchten, hoffnungslosen Ort. Sie wollte und konnte ihn nicht loslassen. Sie hatte doch noch nicht einmal angefangen, richtig zu leben. Es gab noch so viel, was sie sehen und ausprobieren wollte. Ihr Leben durfte nicht schon zu ende sein. Doch mit der Gewissheit, dass es genauso geschehen würde, dass sie sterben musste, noch bevor sie begonnen hatte, das Leben zu genießen, verschwand ihre Schockstarre.
Sie setzte sich aufrechter hin, blickte ihn flehend an. »Bitte Matrid, du hast schon so viel für mich getan, aber ich muss dich um einen letzten Gefallen bitten.« Sie schlug die Augen nieder, umarmte ihn fest, küsste ihn kurz auf den Mund und schaute ihn dann beschwörend an. »Wenn ich schon sterben muss, dann durch deine Hand. Liefere mich nicht den Bluthunden aus. Ich will, dass du es tust. Dann wirst du das Letzte sein, was ich sehe und wir können bis zur allerletzten Sekunde zusammen sein.«
Entsetzt starrte er sie an und schüttelte den Kopf.
Sie ließ die Schultern hängen und senkte den Blick. »Du hast recht, das war sehr egoistisch von mir. Entschuldige, dass ich dich darum gebeten habe.«
»Niemand wird dieses Urteil vollstrecken. Es gibt einen anderen Weg. Vertrau mir.«
Vertrauen … wie gerne hätte sie ihr Leben in seine Hände gelegt. Doch sie wusste, es gab keinen Ausweg. Tief holte sie Luft und schaute ihn entschlossen wieder an.
»Das war ein dummer und selbstsüchtiger Wunsch, es tut mir leid. Trotzdem, ich würde gerne noch einen Anderen formulieren.« Sie stockte kurz, griff nach seinen Händen und hielt sich daran fest. »Ich will mich noch einmal in dir verlieren. Schenk mir noch diese eine Nacht. Dann ist mir egal, was mit mir geschieht.«
Er nickte und küsste sie lange und zärtlich. »Ich muss jetzt gehen. Aber ich komme wieder und hole dich. Bis dahin bist du sicher. Versuche, ein wenig zu schlafen, du brauchst deine Kraft.« Damit küsste er sie ein letztes Mal und verschwand.
Lange lag Malika einfach nur da und starrte an die Decke. Bald würde sie ewig schlafen, jede weitere Sekunde bedeutete kostbare, verschwendete Lebenszeit. Sie dachte an ihre Kindheit, an ihre Eltern und all die Personen, die ihr in den Jahren begegnet waren, sogar an die Unwichtigen. An die Meilensteine und Nebensächlichkeiten ihres Lebens. Sie erinnerte sich an alles, bis der Schlüssel Stunden später erneut in der Tür knarzte und er zurückkehrte und sie wortlos bei der Hand nahm. Dieses Mal führte er sie über mehrere Flure, die alle gleich aussahen, in eine andere Zelle, die der ihren glich. Warum er sie hier hergebracht hatte, wusste sie nicht und es war ihr auch gleichgültig. Vielleicht waren sie hier ungestörter. Er verschloss die Tür von innen und presste sie mit seinem Körper gegen die Wand. Sie erschauderte, griff nach seinen Backen und rieb sich an seinem Becken. Spürte, wie sein bester Freund immer größer und härter wurde, je mehr sie ihn reizte. Im nächsten Moment waren sie beide nackt. Herrje, sie wüsste gern, wie genau er das anstellte. Aber die Zeit, die ihnen noch blieb, war zu kostbar, um sich mit Nebensächlichkeiten zu befassen. Seine Haut an ihrer spüren, seine Hände, seine Energie, seinen Schwanz. Das war es, was sie jetzt brauchte. Sie stemmte die Hände gegen seine Brust. Voller Genuss betrachtete sie seinen nackten Körper, seinen Schaft, der sich ihr hart und stolz entgegen reckte. Sie leckte sich über die Lippen, ging vor ihm auf die Knie, schaute hoch in seine schwarzen Augen, als sie seine Spitze mit ihren Lippen umschloss. Mit der Zungenspitze kitzelte sie seine Eichel, kostete seinen salzig herben Geschmack. Dann blickte sie ihn wieder an, während sie seinen Schwanz langsam und genießerisch blies. Sie konzentrierte sich vollkommen auf ihn. Nur ganz weit hinten in ihrem Hinterkopf lauerte der Gedanke, dass es wohl das letzte Mal sein würde, dass sie zusammen waren. Eines der letzten Dinge, die sie überhaupt erlebte. Das machte es endgültig, aber auch sehr intensiv. Malika weigerte sich, ihrer Verzweiflung die Oberhand zu geben. Nichts durfte ihre letzten gemeinsamen Stunden trüben. Sie leckte über seine Eier, nahm sie in den Mund und massierte sie vorsichtig. Er stieß ein kehliges Grollen aus. Ein echtes, das nicht nur in ihrem Kopf widerhallte. Das turnte sie total an, denn es zeigte ihr, dass er ihre Zärtlichkeiten selbstvergessen genoss. Schließlich griff er in ihre Haare und zog sie ein Stück zurück.
Martid setzte sich auf den Boden und zog sie auf seinem Schoß. Dann sog er einen ihrer Nippel in seinen Mund und nuckelte daran. Sie stöhnte wohlig. Die Nässe zwischen ihren Schenkeln mehrte sich. Doch er saugte immer fester, so heftig, dass sie den Atem anhielt. Dann biss er hinein und, noch ehe sie einen Schmerzensschrei ausstoßen konnte, schickte er seine Energie über seine Zunge in ihre Brustwarze. Eine Welle aus Lust brach über ihr zusammen. Sie glaubte, innerlich zu verglühen. Nichts war mehr wichtig. Sie vergaß alles. Das Gestern und das Morgen und lebte nur noch im Jetzt. Er hob sie ein Stückchen an und biss ihr in den Hals. Das hätte vermutlich wehgetan, wenn sie nicht bereits auf einem Level reiner Begierde angekommen wäre, an dem der Schmerz sie nur noch weiter anturnte. Er schob sie von seinem Schoß, positionierte sich zwischen ihre gespreizten Schenkel und fuhr mit der Zunge durch ihre nasse Spalte, saugte an ihrer Klit.
»Bitte kein Energiestoß«, keuchte sie. »Ich will dich in mir spüren, wenn ich komme, bitte.«
»Dein Wunsch sei dir gewährt, Hexe«, brummte er. »Setz dich auf meinen Schoß und reite mich.«
»Ja, Herr.« Sie kniete sich über sein Becken, setzte sich auf seinen Schwanz und nahm ihn tief in sich auf. Malika schlang die Arme um Matrids Hals, schaute ihm in die Augen und ritt ihn langsam und intensiv. Spürte seine Nähe ganz bewusst. Seinen Schaft, der sie ausfüllte. Seinen Atem auf ihrer Haut. Seine Lippen auf ihren. Sie zog ihre Energie durch ihn hindurch und fühlte seine in jedem Winkel ihres Körpers. Malika stieß kleine Schreie aus, wünschte, es würde niemals vorbei gehen. Und doch konnte sie ihre Gier nicht zügeln. Sie wurde schneller, keuchte lauter, hörte sein wildes Knurren in ihrem Kopf.
»Komm für mich, Süße!«
Sie warf den Kopf in den Nacken, biss sich auf die Lippen. Sie stöhnte laut auf, die Lust in ihr explodierte, katapultierte sie hoch hinauf bis zu den drei Monden und ließ sie, sehr viel später, sanft wieder auf seinem Schoß landen. Schwer atmend ließ sie ihren Kopf gegen seinen Hals sinken und genoss das Gefühl seiner Arme um ihre Taille und seiner Haut an ihrer.
Eine ganze Weile hielten sie einander eng umschlungen, küssten sich und schwelgten in ihrer Verbundenheit. Bis seine Stimme in ihrem Kopf sie in die kalte Realität zurückschleuderte. »Es ist Zeit, Malika.«
Sie verkrampfte sich in seinen Armen. »Dann … dann tust du es doch? Das … das ist gut! Wenn ich schon sterben muss, dann durch deine Hand. Danke! Ich … du musst mir nicht vorher sagen, wann genau es geschieht. Lass uns einfach noch etwas kuscheln und irgendwann …«
»Was für ein Unsinn! Das Gleiche hast du gestern schon gesagt und ich habe dir geantwortet, dass es eine andere Lösung gibt und dich um ein wenig Vertrauen gebeten!«
»Ähm, ja das hast du. Aber …«
»Nichts aber. Zieh dich an, es ist ohnehin höchste Zeit.«
Er führte sie ein kurzes Stück über den Flur, zu einer dicken eisernen Tür, die er eilig aufschloss.
»Ich habe sie extra geölt«, murmelte er, als er die Pforte aufstieß, die sich geräuschlos öffnete. Er nahm ihre Hand und rannte mit ihr über einen leeren von hohen Steinmauern umschlossenen Hof. Auf der gegenüberliegenden Seite angekommen, entdeckte sie ein Loch im Boden, daneben eine Abdeckplatte, die zur Seite gerückt worden war.
Er zog sie in eine kleine Nische und presste sie noch einmal mit seinem Körper gegen die Mauer.
»Kletter da runter. Es ist ein alter Abwassertunnel, der seit vielen Jahren trocken liegt. Es riecht nicht besonders gut da unten, aber das hältst du schon aus. Ich habe eine Fackel deponiert. Wenn du unten ankommst, siehst du sie. Es gibt nur den einen Weg, keine Abzweigungen. Der Tunnel endet an einer Leiter. Du kommst im Wald ein gutes Stück jenseits der Festung aus. Bleib einfach auf dem Pfad und geh so schnell du kannst nach Süden. Sobald sie entdecken, dass du fort bist, werden sie die komplette Festung absuchen.« Beschwörend blickte er sie an. »Halte dich nicht auf. Bis ihnen klar wird, dass du es raus geschafft hast, bist du längst in Sicherheit. Kurz bevor der Wald endet, triffst du auf eine Hütte, da wohnt Toran, ein Freund von mir. Er wird dir weiterhelfen.« Er hielt inne, schaute sie so intensiv an, als wollte er sich ihr Gesicht einprägen. »Viel Glück, kleine Hexe«, murmelte er dann leise und strich ihr über die Wange.
Mit großen Augen sah sie ihn an. »Du … du kommst nicht mit?«
Er schüttelte den Kopf. »Würde ich gern, aber das geht nicht, Malika. Ich muss hierbleiben, zusammen würden wir es nicht schaffen.«
»Ich … ich werde dich nie wiedersehen?« Tränen traten ihr in die Augen. Sie blinzelte sie tapfer weg.
»Hey, Kopf hoch. Wer sagt, dass wir uns nicht wiedersehen? Wenn die Zeit dafür reif ist, werde ich dich finden.«
Sie wollte wiedersprechen. Doch sie verkniff sich das Jammern. Er hatte sie um Vertrauen gebeten. Wenn er es sagte, würden sie sich wiedersehen. Zu einer anderen Zeit, an einem anderen Ort.
Ein letzter tiefer Kuss. Ein wortloses Versprechen. Dann wandte sie sich um und stieg in den Schacht hinunter.

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